Stadt der Fahrräder - Kopenhagen / Fotocredit: Pia Minixhofer
Stadt der Fahrräder - Kopenhagen / Fotocredit: Pia Minixhofer
Wie können wir die Begeisterung für Fahrräder nach Wien bringen?

Kopenhagen ist eine fahrradliebende Stadt und das merkt man an jeder Ecke. Nicht nur an den vollen Radständern, auch an Hauswänden, in Einfahrten oder einfach vor den Geschäften stehen Fahrräder herum. Auf den Straßen gibt es mehr radfahrende Menschen als Autos oder Fußgänger und gerade im Zentrum stolpert man beinahe über die vielen Verleihstationen.

Da stellt sich die Frage: Warum fahren die Menschen in Kopenhagen so viel mehr mit ihrem Fahrrad? Können wir diese Begeisterung nach Wien holen?

 

Freude beim Radfahren in Kopenhagen / Fotocredit: Pia Minixhofer
Freude beim Radfahren in Kopenhagen / Fotocredit: Pia Minixhofer

 

Kein Radweg endet im Nichts.

Einer der auffälligsten Unterschiede ist das Radwegenetz. Kein Radweg endet im Nichts, wird plötzlich über zwei Spuren geleitet oder drängt sich an parkende Autos. Als Radfahrer kann man sich richtig entspannen, denn man kann seine ganze Aufmerksamkeit dem Radverkehr widmen. Autos schneiden den Weg nicht ab, Fußgänger halten mehr Abstand und andere Radler überholen problemlos.

 

Breite Radwege.

Während man sich als Fahrradfahrer in den meisten Städten die Straße mit den Autos teilt, gehört in Kopenhagen auf allen großen Straßen ein, meist sogar baulich, abgetrennter Streifen den Radfahrenden. Das bedeutet nicht nur mehr Sicherheit, sondern auch mehr Platz um langsamere Radfahrer zu überholen oder an den großen Lastenrädern vorbei zu kommen.

 

Das Fahrrad als Begleiter in jeder Lebenslage.

In Kopenhagen wird das Fahrrad genutzt, um alleine in die Arbeit zu fahren, gemeinsam die Kinder zu transportieren oder große Einkäufe mit einem Anhänger nach Hause zu bekommen. Es kommt einem fast so vor, als gäbe es für jede Lebenssituation ein passendes Rad.

E-Bikes in Kopenhagen / Fotocredit: Pia Minixhofer
E-Bikes in Kopenhagen / Fotocredit: Pia Minixhofer

 

E-Bike Sharing.

Bei langen Wegen oder großen Transporten ist ein E-Bike besonders praktisch. Aber dafür muss man nicht einmal eines besitzen, sondern kann es sich bequem in der ganzen Stadt ausleihen. Überall sieht man Stationen für Leihräder und E-Bikes. Gerade in Wien, einer Stadt die doch beachtlich hügeliger ist als Kopenhagen, wäre so eine motorisierte Unterstützung manchmal ganz wünschenswert.

 

Wie bekommt man die Begeisterung nun nach Wien?

Indem man den Fahrrädern den Vorrang gibt, ganz einfach. In Kopenhagen setzt sich die Stadt dafür ein, dass zu Stoßzeiten eine grüne Welle die Radfahrenden mit konstanten 20 km/h wieder nach Hause bringt. Eigene Brücken ermöglichen die Überquerung des Wassers ungestört vom Autoverkehr. Selbst „Schnellstraßen“ werden für Fahrräder gebaut, um das schnelle Vorrangkommen zu gewährleisten.

Kurzum: Die Infrastruktur ist schlichtweg für Radfahrende ausgelegt. Der Erfolg dieses Modells zeigt sich in den Zahlen: Mittlerweile fährt mehr als jede oder jeder Dritte in Kopenhagen mit dem Rad in die Arbeit oder zur Ausbildungsstätte. Zum Vergleich: In Wien ist der Radverkehrsanteil im Jahr 2017 nur 7%. Zeit, das Fahrrad mehr in den Mittelpunkt zu rücken, oder?

 

Pia MinixhoferPia Minixhofer
Fahrradparkplätze in Kopenhagen / Fotocredit: the green walnuts

 

Quellen:

 

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