Fotocredit: Pixabay/geralt
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Es gäbe durchaus Lösungsansätze. Doch wie ernst werden diese genommen?

Der jüngste Bericht des IPCC, des International Panel on Climate Change, aus dem Herbst 2018 umfasst viele düstere Vorhersagen. Doch nicht alles schreit nach Endzeitstimmung. Den einen oder anderen Lichtblick gibt es durchaus. Welchen, das hat Jason Hickel in seinem Artikel „The Hope at the Heart of the Apocalyptic Climate Change Report“ herausgearbeitet.

Die guten Nachrichten: Es ist durchaus realistisch, dass wir das Ziel erreichen können, unter 1,5°C Temperaturanstieg zu bleiben. Die schlechte: Selbst wenn wir dieses Ziel erreichen, wird uns das nicht viel bringen. Die Katastrophen, die wir früher bei einem Temperaturanstieg von 2°C befürchtet haben, wie Hungersnöte und Massenmigration, werden auch bei nur 1,5°C eintreten.

Ein neuer Ansatz ist gefragt

Das IPCC fordert, so heißt es weiter, dass die jährlichen weltweiten Emissionen innerhalb der nächsten 12 Jahre halbiert werden und bis zur Mitte des Jahrhunderts gegen Null gehen. Dieser mehr als dringende Appell bedeutet nichts Geringeres, als dass wir die Richtung, die unsere Gesellschaft derzeit eingeschlagen hat, radikal ändern. Es sei die letzte Chance, das Steuer herumzureißen.

Das Problem: Alle bisherigen Versuche, den Klimawandel aufzuhalten, hätten nicht ausgereicht. Dabei mangelt es nicht am guten Willen. Doch unsere Bemühungen erzielen nicht den gewünschten Effekt. Den Versuchen zur Dekarbonisierung stünde nämlich das Wirtschaftswachstum entgegen. Die Weltwirtschaft wächst nämlich viel stärker, als sich unser Wechsel zu grünen Energien vollziehen kann.

IPCC geht neue Wege

Ein scheinbar eleganter Lösungsansatz wäre das so genannte BECCS, „bioenergy with carbon capture and storage“ – die Idee dahinter: Weltweite Plantagen, die das CO2 binden, aus der Ernte macht man Biotreibstoff, die Emissionen werden aufgefangen und eingelagert – tief unter der Erde. Doch diese Lösung wäre zu einfach. Sie erweckt zu sehr den Anschein, dass es sich gar nicht lohnt, die Emissionen zu reduzieren.

Im jüngsten Bericht hat das IPPC jedoch mit einem ganz anderen Lösungsansatz vorgeschlagen: Statt das Wirtschaftswachstum voranzutreiben, wäre es doch sinnvoll, die Logik unserer Wirtschaft auf den Kopf zu stellen – und weniger zu konsumieren. Der neue Ansatz würde also das Ziel verfolgen, den materiellen Konsum um 20 Prozent einzudämmen. Das würde bedeuten, dass wir die Dinge benutzen, die wir bereits haben, statt neue zu kaufen, sie zu reparieren, statt sie wegzuwerfen. Und auch, Dinge so zu konzipieren, dass sie langhaltend sind oder ganz einfach, Dinge zu teilen.

Dieser Ansatz würde unseren Energiebedarf drastisch verringern. Wissenschaftern zufolge sei dieser Ansatz unser größter Hoffnungsschimmer, wenn es darum geht, den Klimawandel aufzuhalten. Doch dieser Ansatz müsste weit über das Verhalten von Individuen hinausgehen. Er würde einen Systemwandel voraussetzen. Die gute Nachricht: Gerade reiche Länder würden gar kein weiteres Wachstum benötigen, um die Lebensqualität ihrer Bürgerinnen und Bürger zu verbessern. Es würde schon genügen, das, was wir haben, gerechter zu verteilen.

 

Quelle: foreignpolicy.com: „The Hopeat the Heart of the Apocalyptic Climate Change Report“

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