Texas ist ein Staat mit einer Vielfalt an Energieressourcen. Mit der Förderung von Öl wurde der Staat reich und bekannt. Windkraft und Erdgas liegen auch im Trend. Einzig mit Solarenergie tun sich die Texaner schwer.

Texas ist eine Großmacht in Sachen Energieerzeugung. Bekannt ist der US-Bundesstaat vor allem durch die Ölgewinnung. Ein Wandel findet aber auch dort statt: Im Lone Star State wird so viel Erdgas wie in keinem anderen Bundesstaat produziert und auch bei der Windenergie liegen die Texaner ganz vorne. Zudem verfügt der Staat im Süden über weite offene ausgedörrte Landstriche und konkurriert mit Kalifornien um das höchste Potenzial für die Produktion von Solarenergie. 20 Prozent des US-Potenzials für Solarenergie liegen in Texas, stellt ein Bericht des Energieministeriums fest.

Allerdings wird nur ein geringer Prozentsatz dieses Potenzials genutzt. Laut der Vereinigung für Solarindustrie erreichen die in Texas in Betrieb befindlichen Photovoltaikanlagen eine Gesamtkapazität von lediglich 200 Megawatt. Das ist weniger als in New Jersey, Massachusetts oder New York – Staaten, die nicht unbedingt von der Sonne geküsst werden. Die Vereinigung für Solarindustrie erklärt das mit fehlenden Skaleneffekten und dem Fehlen von Steueranreizen. Texas ist eine Hochburg der Republikaner und nach dem Streit im Kongress um den Emissionsrechtehandel wird auch die Energieproduktion als politisches Statement verstanden. Wurden Erneuerbare Energien zuvor als Investitionsmöglichkeit verstanden, gilt Ökostrom nunmehr als eine Sache der Demokratischen Partei.

Ein weiteres Hindernis für die Förderung von Solarstrom in Texas ist die Lage am US-Energiemarkt. Strom war an sich schon überdurchschnittlich billig in einem an Ressourcen reichen Staat. Der Boom des Frackings hat die Konkurrenz am Energiemarkt erhöht und Erdgaskraftwerke attraktiver gemacht. Die Eigenproduktion und Einspeisung von Solarstrom wird in einem Staat ohne Smart-Metering auch nicht leicht gemacht.

Politische Entscheidungen werden Solarenergie in absehbarer Zeit in Texas wahrscheinlich nicht fördern. Technologische Entwicklungen hingegen schon: Die Preise für PV-Module fallen stetig, weil neue effiziente Produktionsmethoden entwickelt werden. Sogar Erz-Republikanern wird es schwer fallen, gegen günstige Preise zu argumentieren. Dazu kommen noch Initiativen wie jene von Investment-Milliardär Warren Buffett, der ankündigte, 30 Milliarden US-Dollar in den Förderung von Wind- und Solarenergie-Firmen zu investieren. Mit Buffett könnte der bisher ausgebliebene Skalen-Effekt eintreten. Als vor einem Jahr das Gerücht die Runde machte, Buffet habe Interesse, das insolvente Solarunternehmen Suntec Power zu übernehmen, stieg die Aktie deutlich an.

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