Die 4 häufigsten Probleme beim Radfahren
Die 4 häufigsten Probleme beim Radfahren
So kannst du sie ganz einfach lösen.

Bloggerin Sabine schreibt auf ihrem Sport- und Fitnessblog Wechselzone über das Schwimmen, Radfahren und Laufen. Auf Energieleben teilt sie ihre Erfahrungen zum Radfahren in insgesamt fünf Artikeln.

Platte Reifen, herunterfallende Kette, eine nicht funktionierende Schaltung und Knieschmerzen sind die vier häufigsten Probleme, die beim Radfahren auftauchen können. Ich zeige dir, wie man diese Probleme ganz einfach lösen kann.

Bevor ich regelmäßig mit Sport begonnen habe, hatte ich einen großen „Feind“: Das Fahrrad. Warum das so war? Weil immer, wenn ich motiviert war, mich endlich zu bewegen, ließ das Fahrrad es einfach nicht zu. Mal hatte es einen Platten, dann sprang die Kette runter, dann funktionierte die Schaltung nicht und von Knieschmerzen möchte ich gar nicht erst zu Erzählen beginnen. Heute würden mich solche „Kleinigkeiten“ nicht mehr stoppen, denn für jedes dieser aufgezeigten Probleme gibt es eine einfache Lösung.

Bevor ich auf die einzelnen Themen eingehe, möchte ich dir zeigen, was du bei einer Fahrradausfahrt immer mitnehmen solltest, um für plötzlich auftauchende Probleme gewappnet zu sein:

  • Ersatzschlauch und/oder
  • Flickzeug
  • 2-3 Reifenheber
  • Handpumpe
  • Multitool
  • Satteltasche, in der alles verstaubar ist
  • 2 Einweghandschuhe, wenn man sich nicht gerne schmutzig macht

Die 4 häufigsten Probleme beim Radfahren

Problem #1: Platter Reifen

Dafür gibt es jetzt im Grunde 2 Reparatur-Möglichkeiten: Entweder du hast einen Ersatzschlauch (Achtung, Größe vorher kontrollieren!) mit oder du versuchst den kaputten Schlauch mit Flickzeug zu reparieren, um diesen dann wieder einzusetzen.

Bei beiden Fällen solltest du zuerst das Laufrad lösen – inzwischen haben die meisten Räder Schnellspanner, die einfach zu öffnen sind, ansonsten sind sie mit Radmuttern befestigt, die schnell mit einem Schraubenschlüssel gelockert werden können. Der Vorderreifen ist sicher einfacher als der hintere, wobei hier zuerst vorne und hinten auf den schwersten Gang (Kette ist ganz rechts) gestellt, der Schnellspanner oder die Schraube geöffnet und das Rad dann von der Kette entfernt werden muss (hier wären die Einweghandschuhe vorteilhaft).

Als nächstes muss der Reifen gelöst werden. Dazu lässt du die restliche Luft aus und verwendest im Idealfall drei Reifenheber, die an zwei Positionen unter der Flanke des Mantels eingespannt werden. Den dritten ziehst du unter der Flanke entlang des Laufrades, bis der Mantel sich löst.

Die 4 häufigsten Probleme beim Radfahren

Danach kannst du den Schlauch einfach entfernen, indem du die Ventilkappe entfernst und das Ventil durch das Loch schiebst

Die 4 häufigsten Probleme beim Radfahren

Option1: Wenn das Loch gleich sichtbar ist und du Flickzeug und Zeit hast, kannst du es direkt reparieren. Dazu nimmst du das Schleifpapier und raust die Stelle des Loches ein wenig auf. Dann trägst du die Vulkanisierungslösung rund um das Loch auf und dann je nach Flickzeug (steht in der Anleitung) lässt du die Lösung ca. 5 Minuten antrocknen oder machst es sofort, löst die Aluseite des Patches ab und drückst diese Seite fest auf den Kleber. Dann streichst du am besten mit der Box des Flickzeugs (oder etwas anderem Harten) einige Male fest über den Patch, damit er hält. Danach wird die durchsichtige Folie abgelöst.

Option2: Wenn du einen neuen Schlauch mit hast, kannst du diesen sofort in den Reifen einsetzen. Zuerst schiebst du das Ventil durch das Loch und positionierst den Schlauch unter den Reifen, indem du ihn am besten mit dem Reifenheber wieder fixierst und drunter hineinschiebst. Dann hebst du mit dem zweiten Reifenheber den Reifen wieder unter die Flanke, am besten gleichmäßig und langsam. Wenn der Reifen wieder drauf ist, solltest du ihn leicht aufpumpen und dann noch einmal kurz „durchkneten“, weil es sein kann, dass sich der Schlauch unter der Flanke verheddert hat und er könnte somit beim Aufpumpen kaputt gehen. Danach kann der Reifen komplett aufgepumpt werden und wieder in das Fahrrad eingesetzt werden.

Trick für das Auffinden des Loches im Schlauch

Zuhause nimmt man am besten einen Kübel mit Wasser, pumpt den Schlauch auf und drückt diesen in das Wasser. Dort wo Bläschen aufsteigen, befindet sich das Loch. Am besten man markiert das Loch mit einem Stück Kreide, nachdem man die Stelle abgetrocknet hat. Auch unterwegs ist das möglich, insofern man zufällig einen Bach, Teich, See oder anderes Gewässer in der Nähe hat.

Problem#2: Die Schaltung funktioniert nicht einwandfrei

Wenn du beim Schalten auf einen größeren oder kleineren Gang Probleme hast, dass es entweder gar nicht schaltet oder erst verspätet, kann es sein, dass der Grund gar nicht bei der Einstellung der Schaltung, sondern an der Kette liegt. Denn, ob man es nun hören möchte oder nicht, die Kette sollte doch ab und an gereinigt und nachgeölt werden. Das geht auch ganz einfach.

Dazu nimmst du ein feuchtes altes Tuch, umlegst die Kette damit und drehst die Kurbel. Dadurch nimmt das Tuch den Schmutz auf. Am besten lässt du so die Kette ein paar Mal durchlaufen, damit der gröbste Schmutz entfernt wird. Danach solltest du die Kette mit speziellem Kettenöl (erhältlich im Baumarkt, in jedem Fahrrad Geschäft oder sogar ab und zu beim Discounter) einfetten, damit die Kette wieder „geschmeidig“ läuft. Hier sprühst du das Kettenöl auf jedes Kettenglied und umlegst dann die Kette wieder mit dem Tuch und pedalierst, um so das Öl gleichmäßig zu verteilen.

Die 4 häufigsten Probleme beim Radfahren

Danach sollte die Schaltung auch wieder besser funktionieren. Ansonsten wird hier in dem Youtube-Video erklärt, wie man selbst die Schaltung einfach einstellen kann.

Problem#3: Die Kette ist runtergefallen

Wenn die Kette vorne nach innen runtergefallen ist, versucht man oft hektisch und planlos die Kette wieder auf das Kettenblatt zu bekommen. Das Ergebnis ist meist verlorene Zeit und vor allem schmutzige Hände, weil es vielleicht auch einfacher gehen kann. Wenn die Kette vorne nach innen runtergesprungen ist, kannst du versuchen vorne auf das große Kettenblatt zu schalten und ganz sachte zu treten. In den meisten Fällen „fädelt“ sich die Kette wieder von alleine auf. Wenn das nicht klappt oder sie nach außen runtergefallen ist, bleibt dir leider nichts anderes übrig als die Kette mit den Fingern oder wenn ein kleiner Stock in der Nähe ist, wieder auf das Kettenblatt zu fädeln.

Problem#4: Knieschmerzen

Knieschmerzen treten meist erst nach etwas längeren Ausfahrten auf. Fast immer kommen Knieschmerzen von einer ungünstigen Sattelposition, meist von einer zu niedrigen.

Die 4 häufigsten Probleme beim Radfahren

Um die ideale Sattelposition zu finden, gibt es einen ganz einfachen Trick. Man gibt ein Pedal ganz nach unten, setzt sich aufs Rad und gibt die Ferse auf das Pedal, das ganz unten ist. Ist das Knie komplett durchgestreckt, ist die Sattelposition optimal.

Über Sabine

Sabine TreffnerWechselzone ist ein Sport- und Fitnessblog aus Wien. 2014 hat Sabine das Triathlon-Fieber gepackt und seitdem dreht sich in ihrem Leben alles um das Thema Schwimmen, Radfahren und Laufen und wie man diese Sportarten mit dem Alltag am besten verknüpft. Seit 2015 teilt sie ihre Erlebnisse auf ihrem Blog, um zu zeigen, dass jeder (Triathlon-) Sport machen kann, wenn er nur damit beginnt. Auch Tipps und Tricks rund um die Themen Training, Ernährung und Material beschreibt Sabine in ihren Artikeln.

Bildrechte: Sabine Treffner

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