Viele Fische sind auf die Durchwanderbarkeit der Gewässer angewiesen. Das drohende Aussterben zahlreicher Fischarten durch Stauanlagen hat in den USA zu einer europäischen Lösung geführt. Fischwege werden auch jenseits des Atlantiks immer öfter gebaut.

In den Flüssen der USA wimmelte es früher von Wanderfischen, die zwischen dem Meer und dem Süßwasser im Inland wanderten: Verschiedene Heringsarten. Blaubarsche, Forellen, Aale und Störe waren unter anderen zu beobachten. Die Errichtung Tausender Dämme, Kanäle und anderer Barrieren hat gemeinsam mit der Überfischung und Wasserverschmutzung zu einer deutlichen Reduktion des Fischbestands geführt. Der Bestand von 24 nordatlantischen Wanderfischarten ist auf unter zehn Prozent gesunken, die Hälfte davon liegt laut einer Studie sogar unter zwei Prozent.

Alleine im Bundesstaat New England gibt es nicht weniger als 25.000 Staudämme und Wehren. Manche dienen der Energieerzeugung (in Österreich stammt ein Großteil der Erneuerbaren Energien aus Wasserkraft), viele davon sind aber stillgelegt und verfallen. Schätzungen gehen von über einer Million Stauanlagen in den USA aus, mehr als die Hälfte davon befindet sich laut der Behörde für Katastrophenschutz in Privatbesitz. Der Abriss der Dämme ist damit oft nicht möglich.

Die europäische Lösung wird nun auch in den USA immer mehr angenommen. Auf unserem Kontinent wurde in den 1970er Jahren mit dem Bau von Fischwegen begonnen. Die Grundidee ist die Errichtung eines Kanals, der um Stauanlagen herumführt. Durch den Einsatz natürlicher Materialien und passender Strömungsverhältnisse wird ein Fluss simuliert. Die US-Ozeanographiebehörde (NOAA) der versucht nun, den Bau von Fischwegen, der in 80er und 90ern Jahren zaghaft begonnen hat, auszuweiten.

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Auf Initiative der NOAA werden immer mehr Flüsse in den USA fischfreundlicher gestaltet. So wurde im vergangenen Jahr der Elwha Damm abgerissen. Im Elwha leben fünf Arten des Pazifik-Lachses. Das nächste große Projekt ist die Renaturierung des Pawcatuck-Flusses, der die Bundesstaaten Connecticut und Rhode Island trennt. Sechs Dämme haben früher den Lauf des 55 Kilometer langen Flusses unterbrochen, drei davon sind mittlerweile mit Fischwegen ausgestattet.

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