Mit dem Autofahren ist das so eine Sache: Einerseits ist der Straßenverkehr in Österreich seit 1999 der Sektor mit dem höchsten Energieverbrauch – in Deutschland hinter der Industrie der zweitgrößte…

Mit dem Autofahren ist das so eine Sache: Einerseits ist der Straßenverkehr in Österreich seit 1999 der Sektor mit dem höchsten Energieverbrauch – in Deutschland hinter der Industrie der zweitgrößte mit 30 Prozent des Endenergieverbrauchs – andererseits kann man das Auto nicht von heute auf morgen einfach stehen lassen. Besonders in Regionen, die eher spärlich an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen sind, ist man häufig noch auf einen fahrbaren Untersatz angewiesen; zumindest, um den nächsten Bahnhof zu erreichen.

Elektroautos sind zwar in der Entwicklung, aber noch lange nicht soweit, die Benziner vollständig zu ersetzen, und machen auch nur Sinn, wenn deren Strom zu 100 Prozent aus regenerativen Energien stammt. Bis zu einem gänzlich umweltverträglichen Straßenverkehr ist es also noch lange hin. Bis dahin kann man aber schon einen riesigen Beitrag leisten, indem man seinen Spritverbrauch drosselt.

Keine Spritschleuder kaufen

Der erste Schritt dahin ist eventuell die Einsicht, dass man keinen Geländewagen braucht, um ab und an mal Brötchen holen zu fahren. Und auch, wenn man den Porsche größtenteils durch den zähen Stadtverkehr quält, sollte man sich vielleicht nach einem anderen Hobby umsehen. Wussten Sie schon, dass wir alle im Durchschnitt unsere Autos nur 45 Minuten am Tag nutzen und dass die Hälfte aller Fahrten unter 5 Kilometer sind?

Mit der richtigen Fahrweise Sprit sparen

Ganze 30 Prozent des Kraftstoffs kann man allein durch eine angemessene Fahrweise einsparen. Eine wichtige Regel lautet dabei: geringe Drehzahl! Es ist ganz einfach zu merken: Ab 30 km/h in den 3. Gang, ab 40 km/h in den 4. Gang und den fünften kann man getrost bereits bei 50 km/h einlegen. Im Stadtverkehr sin 2.000 Umdrehungen die Minute optimal, auf der Autobahn dürfen es 3.000 Umdrehungen sein.

Auch durch eine gleichmäßige Geschwindigkeit spart man Treibstoff. Häufiges Bremsen und Beschleunigen ist nicht förderlich. Lieber nutzt man den Schwung im Berg aus und lässt vor Ampeln und Schranken langsam ausrollen, wenn man die Möglichkeit dazu hat. Nach 30 Sekunden Leerlauf werden mehr Schadstoffe produziert als beim erneuten Starten. Demnach sollte man vor roten Ampeln, geschlossenen Bahnschranken und bei längeren Stopps im Stau den Wagen lieber ausschalten. Allein diese Maßnahme spart schon 5 Prozent Sprit.

Dringende Termine, Wut im Bauch oder einfach nur Spaß – Es gibt die verschiedensten Gründe fürs Rasen, genauso wie vernünftige Argumente, es nicht zu tun, zusammengefasst in dem Rat: Fahr langsam, dann kommst Du schneller an! Man kommt dabei auch günstiger an: Durch den höheren Luftwiderstand steigt der Spritverbrauch ab 100 km/h sprunghaft an. Bei 110 km/h braucht man schon 23 Prozent mehr Benzin als bei 90 km/h.

Spritsparpotential am Auto

Nicht nur die richtige Fahrweise senkt den Spritverbrauch, sondern auch die Ausstattung und Nutzung des Autos. Fährt man beispielsweise ständig unnötige Ladung spazieren, weil man zu bequem war, den Kofferraum auszuräumen, erhöht das auch den Kraftstoffverbrauch. 100 Kilogramm machen knapp unter 1 Liter auf 100 Kilometer aus. Daher sollte man auch den Dachgepäckträger nur montieren, wenn man ihn wirklich braucht. 

Klimaanlage, elektrische Fensterheber und Sitzheizung sind zwar fein, erhöhen aber auch den Treibstoffverbrauch. Eine Klimaanlage braucht auf 100 Kilometer bis zu 2 Liter. Auch die Heckscheibenheizung sollte man nur einschalten, wenn es wirklich nötig ist, denn sie steigert den Verbrauch um bis zu 7 Prozent.

Ein Spoiler erhöht den Luft-, Breitreifen den Rollwiderstand. Was cool ist, ist nicht unbedingt spritsparend. Den Reifendruck sollte man regelmäßig überprüfen. Sind sie immer gut mit Luft gefüllt, verbraucht man weniger Sprit. Moderne Leichtlaufreifen versprechen ein Spritsparpotential von bis zu 6 Prozent. Auch den Motorraum sollte man regelmäßig kontrollieren. Abgenutzte Zündkerzen und verstopfte Luftfilter bedeuten eine Erhöhung des Spritverbrauchs um 10 Prozent.

Ihnen allen eine gute, sichere, spritsparende Fahrt!

Quellen:

Thomas Sedlmeyr (People for Future): Wie fährt man spritsparend Auto?, Einkaufstipps und Spritspartricks rund um das Auto, 2010.

www.monitoringstelle.at
Foto: Martina Liel

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