Transsibirische Eisenbahn (http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Prokudin-Gorskii-25.jpg)
Transsibirische Eisenbahn (http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Prokudin-Gorskii-25.jpg)
Russland veröffentlicht Pläne für eine Auto- und Bahnverbindung von London bis New York.

Utopien sind immer spannend. Russland wurden seine Utopien schon in die Wiege gelegt: war doch das kommunistische Projekt ein solches und ist es bis heute geblieben.

Russland hat uns vor kurzem eine neue Utopie geschenkt: die Idee einer Straße von London bis New York, berichtet der Independent, begleitet von einer Eisenbahnstrecke gleicher Dimension, der Trans-Sibirischen zum Trotz.

Die Straße nutzt oft bestehende Infrastruktur, führt von London weg, durch den Tunnel, über Europa, nimmt in Russland neue Wege neben den alten, und quert das Meer an der Bering-Straße, jener Meerenge, die Russland von Alaska nur 82 km weit trennt, und die in den letzten 100 Jahren schon öfters überbrückt oder untertunnelt werden sollte. In Alaska wiederum knüpft sie an bestehende amerikanische Superhighways an. Die Welt steht dir offen – ob mit dem Flugzeug oder per pedes, sozusagen: niemand will zu Fuß durch Sibirien marschieren.

Die Idee stammt von Vladimir Yakunin, dem Chef der Staatlichen Russischen Eisenbahngesellschaft, und wurde vor der Russischen Akademie der Wissenschaften präsentiert. Ziel ist es, die Wirtschaft auf globaler Ebene zu fördern – nicht nur in Sibirien. Laut Siberian Times sagte Yakunin: ‚This is an inter-state, inter-civilization, project. It should be an alternative to the current (neo-liberal) model, which has caused a systemic crisis. The project should be turned into a world ‚future zone‘, and it must be based on leading, not catching, technologies.“

Aus meiner Sicht spannend ist die Bündelung diverser Infrastruktur-Netzwerke in einen globalen Strang: Mobilität (Zug und Straße) trifft Energie (Pipelines für Öl und Gas). Traditionelle Energieformen treffen auf traditionelle Transportmedien. Erneuerbar ist an diesem Projekt erst einmal nichts, auch wenn es Vladimir Yakunin anders paraphrasiert: es asphaltiert die gewünschte Welt russischer Öl- und Gasoligarchien ein für alle Mal ein. Ganz zu schweigen davon, was die USA zu einem Projekt sagen, dass die größten Rivalen des 20. Jahrhunderts direkt miteinander verbinden würde. Diese Verbindung wäre auch das einzig Positive: Es rückte die Welt wieder etwas näher zusammen. Nur die Prämisse ist vollkommen falsch.

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