Die Semesterferien werden im Volksmund häufig auch Energieferien genannt. Der Grund dafür ist weitgehend in Vergessenheit geraten. Dabei ist die Einführung der Semesterferien im Winter noch nicht so lange her.…

Die Semesterferien werden im Volksmund häufig auch Energieferien genannt. Der Grund dafür ist weitgehend in Vergessenheit geraten.

Dabei ist die Einführung der Semesterferien im Winter noch nicht so lange her.
1973 war es, dass die Organisation Erdöl exportierender Staaten, die OPEC, die Fördermenge drosselte, um den Westen seine Abhängigkeit vom „schwarzen Gold“ spüren zu lassen. Unter dem Preisdruck des Ölembargos wurden in Deutschland und Österreich autofreie Tage eingeführt. Einmal pro Woche musste in Österreich der fahrbare Untersatz zuhause bleiben.

Heizöl sparen

Unter dem Titel „Heizöl sparen“ führte die Bundesregierung auch schon im Februar 1974 Ferien zum Semesterwechsel ein, in der Mitte des Schuljahrs.
Eine Woche weniger Heizen in unzähligen öffentlichen Gebäuden, das klingt tatsächlich nach Einsparung. Die Schulen wurden auch größtenteils mit Heizöl geheizt.

Tourismus fördern

Gleichzeitig jubelte aber die Tourismuswirtschaft über die neuen Energieferien. Und sie jubelt noch heute. Dank der Semesterferien ist nämlich der Februar die umsatzstärkste Zeit im Wintertourismus, ein regelrechter „August des Winters“.

Und der wird auch genutzt. Gestaffelte und auf ausländische Termine abgestimmte Ferienzeiten helfen, die Wintersporthotels über mehrere Wochen hinweg voll auszulasten. Zumindest, solange die Schneekanonen für ausreichend „weißes Gold“ sorgen.

Sparen oder tanken

Vom Energiespar-Gedanken ist in den Semesterferien, wie wir sie kennen, gar nichts zu spüren. Was immer an den Schulen eingespart wird, der Reisezug in die Skigebiete verpulvert es verlässlich wieder. Kein Wunder also, wenn die meisten Österreicher mit dem Wort „Energieferien“ spontan nicht Ressourcenknappheit, sondern im Gegenteil „Energie tanken“ verbinden. Natürliche Rohstoffe hin oder her.

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