In der Lebensmittelindustrie werden allein in Deutschland jährlich über 170 Milliarden Euro umgesetzt, davon maximal 50 Milliarden direkt in der Landwirtschaft und dort maximal 6 Milliarden im ökologischen Landbau. Weltweit…

In der Lebensmittelindustrie werden allein in Deutschland jährlich über 170 Milliarden Euro umgesetzt, davon maximal 50 Milliarden direkt in der Landwirtschaft und dort maximal 6 Milliarden im ökologischen Landbau. Weltweit ist der Nahrungsmittelsektor ein gigantisches Geschäft, in dem der Landwirt kaum noch vorkommt. Die Produktion der Nahrung in der Landwirtschaft, die eigentlich auf dem Acker, der Wiese und im Stall – immerhin noch bei über 1 Milliarde Bäuerinnen und Bauern auf 450 Millionen Höfen – geschieht, ist diesen längst aus der Hand genommen. Der Landwirt ist zum Rohstofflieferanten degradiert worden, der einen industriellen Zulieferbetrieb führt und zumindest in den Industriekulturen vollständig von Investoren abhängig ist. Hier ist der Bauer auf seiner eigenen Scholle Geschichte.

 

Die Macht in der Lebensmittelindustrie liegt in der Hand einer Handvoll Weltkonzernen

 

Das Recht auf Nahrung ist ein Menschenrecht, das in Artikel 11, Absatz 1 der Menschenrechtscharta garantiert ist. Fast 1 Milliarde Menschen auf der Erde wird dieses Grundrecht verwehrt. Gleichzeitig werden fast 6 Milliarden Menschen genötigt, das zu konsumieren, was ihnen der „freie Markt“ serviert. Die Geschichte der Ernährung ist eine Geschichte der Enteignung und Verweigerung des freien Willens, die des angeblich freien Marktes eine Geschichte der Unfreiheit. Es werden nicht die Lebensmittel erzeugt, die die Menschen brauchen – oder haben wollen – sondern die, mit denen der größte Profit zu erzielen ist. Etwa 10 transkontinentale Konzerne bestimmen den weltweiten Markt der Lebensmittelindustrie.

Trotzdem werden immer noch – global – von 850 Millionen Kleinbauern, die die Mehrheit der Nahrungsmittel erzeugen, auf Höfen von weniger als 2 Hektar produziert und das produktiver als die industriellen Agrarökonomen auf ihren Monokulturen. Diese sind aber vollständig der Macht der Konzerne unterworfen, und damit längst zu Sklaven der globalen Industrie, am Tropf der Banken verkommen. Der „stolze Landwirt“ im 21. Jahrhundert ist ein mittelständischer Unternehmer, dem nicht einmal mehr sein Land gehört. Ökonomisch und ökologisch ist dieser Zustand grotesk, zumal die Produktivität dieser Rohstofflieferanten stetig sinkt. Selbst der Weltagrarbericht stellt lapidar fest, dass ein „weiter so“ keine Option ist. Die gesamte Kette von der Ernte bis zum Einzelhandel muss global neu gedacht, also wieder in einen vernünftigen Zustand umgewandelt werden.

 

Das Land gehört allen Menschen

 

Über 200 Jahre Aufklärung haben nur Unwissenheit, Verdrängung der Wahrheit und gleichzeitig einen weiteren Aufstieg des Raubrittertums gebracht. Offenbar haben sich die Menschen mit der Droge einer angeblichen bürgerlichen Freiheit davon ablenken lassen, wie sie stetig entmündigt und enteignet wurden. Durch die fortschreitende Spezialisierung ihres Lebens wurde ihnen die Übersicht über ihr eigenes Leben derart vernebelt, dass sie den Unfug glauben, dass sie mit einem freien Willen über ihr Leben entscheiden können. Dabei ist der gewährte Handlungsspielraum immer kleiner geworden, während der Einfluss einiger Weniger immer weiter stieg.

Dieser Planet gehört niemandem und ist nicht zu verkaufen.

Alle Wesen, die auf ihm leben, haben das gleiche Recht alle Ressourcen, die sie zum unmittelbaren Überleben benötigen, zu erhalten. Das sind Luft, Wasser und Nahrung. Diese werden von dem System „Erde“ seit nunmehr fast 5 Milliarden Jahren in ausreichender Menge vorgehalten. Jede Spezies konnte bisher ein harmonisches Gleichgewicht mit der Mitwelt herstellen. Dieses hat unsere Spezies des „homo sapiens“ jedoch besonders in den letzten Jahrzehnten massiv gestört. Die irrige Annahme, diesen Planeten zu besitzen wurde in dieser kurzen Zeit nun völlig pervertiert. Nach den „Gesetzen“ der „zivilisierten Gesellschaft“ müsste die Menschheit, ja dieser Planet vor derartigen als gemeingefährlich geltenden Psychopathen geschützt werden.

 

Das Gewissen wird ausgeschaltet

 

Fast 10.000 Jahre lang, ein Wimpernschlag in der Geschichte der Primaten haben wir Menschen uns lokal an die Mitwelt angepasst, ernährt, in einem Gleichgewicht mit der „Natur“. Selbst „Hochkulturen“ haben mehr als 4.000 Jahre überdauern können, bis der „Kapitalismus“ sie zerstörte. Seit nunmehr 40 Jahren verwandelt sich unsere Nahrungsbeschaffung, die eines unserer Grundrechte ist, in einen Handel, der nach den Regeln des „freien Geldmarktes“ verläuft. Plötzlich wurden fast 1 Milliarde Menschen von diesem Grundrecht ausgeschlossen, ihre Lebensgrundlage verwehrt, ihre Landwirtschaft zerstört. Besonders absurd ist dabei, dass diese Art der Landbewirtschaftung, die am schlechtesten produziert, das Land, ja die gesamte Mitwelt zerstört und immer mehr Menschen „ausschließt“. Trotzdem wird behauptet, dass es erforderlich sei, genau so handeln zu müssen, um die hungernden Menschen ernähren zu können. Diese Art der Produktion hat den Hunger verursacht, verschuldet ihn weiterhin und redet den Akteuren trotzdem ein, mit gutem Gewissen richtig zu handeln. Dass dieses ein gemeingefährliches Handeln ist, erkennen allerdings immer mehr Menschen.

Würden nun global alle „Großgrundbesitzer“ enteignet, ist dieses in Wahrheit keine Enteignung, da das Land ihnen niemals gehörte. Würde die gesamte Kette der industriellen Lebensmittelproduktion zerschlagen werden, ist dieses nur eine Befreiung der Menschen von der Beherrschung durch eine kriminelle Vereinigung. Würden die Menschen wieder in jeder Region ihr Leben in die eigenen Hände nehmen können, hätten alle ausreichend zu Essen, hätten Arbeit und ein auskömmliches Leben in einer harmonischen Gemeinschaft. Noch ist die „Leidensfähigkeit“ der Menschen erstaunlich, doch ist der „Stresspegel“, der letztlich zu aggressiven Explosionen führen kann bedrohlich hoch gestiegen.

Immer mehr Menschen, auf dem Lande und in den Städten beginnen, sich zu befreien und „gesunden“. Sie verweigern den absurden Konsum und helfen sich einfach selbst.

Siehe auch: viacampesina.at und attac.at/agrar sowie: Peter Clausing: „Die grüne Matrix. Naturschutz und Welternährung am Scheideweg“.

 

http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/hohe-umweltbelastung-vzbv-kritisiert-lebensmittelproduzenten-a-943647.html

http://www.natur.de/de/20/Duenger-zersetzt-gesunde-OEkosysteme,1,,1420.html

http://www.biovision.ch/home/

http://terra-preta.de/

http://www.agrarheute.com/was-ist-dran-an-terra-preta

http://www.planet-wissen.de/natur_technik/wald/amazonien/terra_preta.jsp

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