Der Overkill von überteuerten Blumen, klebrigen herzförmigen Pralinen und dem Klang einer Massenpanik kann nur eines bedeuten: Valentinstag oder Muttertag steht mal wieder vor der Tür. Aber haben Sie sich jemals gefragt, wo die Blumen für ihr Bouquet eigentlich herkommen? Wie grün ist die rote Rose?

Rund 70 % der Rosen, die in Europa alleine in der Valentins-Woche verkauft werden, kommen aus Lake Naivasha in der Great Rift Valley/Kenia. Die Branche wird von multinationalen Konzernen, die riesigen Farmen besitzen dominiert und jährlich werden allein für den 14. Februar ca. 800 Millionen Blumen aus Kenia nach Europa versendet. Der Blumenhandel ist Kenias größter Exportschlager.

Während der CO2-Fußabdruck der Branche immens ist, gibt es noch ein anderes Problem: Niedriglohn und harte Arbeitsbedingungen für die Pflücker. Vor allem das Schicksal der Blumenarbeiterinnen in Kolumbien gehört zu den vielen Problemen, die Besorgnis erregen.

Das lateinamerikanische Land ist der weltweit zweitgrößte Exporteur von Schnittblumen; es beschäftigt bis zu 80.000 Arbeiter, von denen 70% Frauen sind. Laut War on Want, schuften diese Frauen in Gewächshäusern in der Anbau Region von Bogotá häufig für weniger als 1 $ pro Tag und müssen extrem ausbeuterische Arbeitsbedingungen ertragen. Sie verdienen nicht nur weniger als ihre männlichen Kollegen, sie werden auch nur für kurzfristige Verträge von nur drei bis sechs Monaten angestellt. Sollten die Arbeitnehmerinnen jedoch krank oder schwanger werden oder den Versuch starten eine Gewerkschaft zu gründen, wird ihr Vertrag nicht mehr verlängert, berichtet War on Want –  Eine NGO gegen Armut.

Wie können wir nun unseren Beitrag leisten, um zu helfen? Was können wir tun, um Gerechtigkeit im Handel zu fördern und einen sklavenfreien Valentinstag oder Muttertag zu feiern? Am besten Fair Trade oder biologisch einkaufen. Fragen sie doch ihren Blumenhändler, ob er/sie nicht auch Blumen aus biologischer und fairer Produktion im Sortiment hat. Wie immer hat der Kunde die Wahl. Ich entscheide mich bewusst für oder gegen ein Produkt. Ob das jetzt Blumen, Schokolade oder mein täglicher Einkauf ist. Es liegt in unserer Hand.

Parvin Razavi

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