Dieser Artikel wurde am 27. Mai 2015 veröffentlicht und ist möglicherweise nicht mehr aktuell!Der Klimawandel ist längst da, ist Alltag geworden. Die deutsche Regierung nimmt dies aktuell zur Kenntnis und…
Dieser Artikel wurde am 27. Mai 2015 veröffentlicht
und ist möglicherweise nicht mehr aktuell!

Der Klimawandel ist längst da, ist Alltag geworden. Die deutsche Regierung nimmt dies aktuell zur Kenntnis und schmiedet nun Pläne, wie die Bürger gegen die immer deutlich sichtbar werdenden Folgen geschützt werden können. Dabei sind die aktuellen Extremwetterlagen und dadurch entstehenden Schäden erst ein Anfang. Wir spüren gerade die Auswirkungen der CO2-Emissionen, die vor 50 Jahren entstanden sind. Inzwischen sind diese exponentiell gestiegen, weshalb die künftigen Probleme ebenfalls exponentiell „extremer“ sein müssen.

Schadensbegrenzung statt Schadensvermeidung

Nur wer Böses unterstellt, könnte vermuten, dass die westlichen Staaten eher gewillt sind, den Klimawandel so, wie er sich nun ankündigt hinzunehmen, statt wirklich ernsthaft darauf hinzuwirken, dass er verringert wird. Drastische Einschnitte in der Industrie um die CO2-Emissionen zu verringern, ja möglichst gar zu verhindern würden – angeblich – die Konzerne zu stark belasten. Alle in dem 258 Seiten langen Monitoringbericht der Bundesregierung, der „deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel“ aufgeführten Maßnahmen, bieten zudem vielen Wirtschaftszweigen erheblichen Auftragszuwachs in den kommenden Jahrzehnten. In jedem Fall kann also die deutsche Wirtschaft am Klimawandel verdienen. Leiden werden allenfalls die Bürger.
http://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/376/publikationen/monitoringbericht_2015_zur_deutschen_anpassungsstrategie_an_den_klimawandel.pdf
Dass unter der Veränderung des Weltklimas besonders die Schwellenländer, also alle Länder in den ohnehin „wärmeren“ Zonen leiden, interessiert die Industrie wenig. Die bereits jetzt stark wachsende Zahl der Flüchtlinge aus diesen Ländern betrifft wiederum in erster Linie nur die Bürger. Auch hier könnte die Industrie erst einmal davon profitieren, dass ein Heer williger Billiglohnarbeiter bereit steht, jede Arbeit zu jeder Bedingung anzunehmen. All das ist zwar – wie im Finanzsektor üblich – sehr kurzfristig gedacht, aber vorerst zählt die zu erwartende Rendite.

Die Profiteure müssen nicht zahlen

Müssten alle Konzerne, die unnötigerweise weiterhin hohe Mengen klimaschädlicher Emissionen verursachen, den dadurch entstehenden Schaden bezahlen, würden sie sofort Konkurs anmelden. Zahlen müssen vielmehr die Bürger, sowohl über ihre Steuern, mit denen die nun geplanten Schutzmaßnehmen finanziert werden, als auch über steigende Versicherungsprämien. Zusätzlich haben die Industriestaaten zwar Hilfsprogramme für die Entwicklungsländer aufgelegt, die jedoch nicht einmal ein Tropfen auf den immer heißer werdenden Stein sind. Lieber liefern sie den Ländern, die nunmehr den Kampf um das immer knapper werdende Wasser und fruchtbare Böden beginnen werden, Waffen. Auch daran werden sie nochmal verdienen. Ob der aktuelle Bericht des Journalisten Jürgen Todenhöfer zutrifft, dass die westlichen Staaten den IS aktiv unterstützt – und natürlich mit Waffen beliefert – haben, um mit dem Terrorstaat ein „Bollwerk“ gegen den Iran im Nahen Osten zu erhalten, weil Syrien „umzukippen“ drohte, ist da schon nicht mehr überraschend (DIA-Bericht der US-Regierung). Die kapitalistischen Länder haben immer lieber mit Diktatoren Geschäfte gemacht, als mit wankelmütigen demokratischen Regierungen.
http://juergentodenhoefer.de/us-geheimdienst-deckt-auf-der-westen-wollte-einen-islamistischen-terrorstaat/

Warum lassen Menschen sich so täuschen?

In seinem neuen Buch „Ändere die Welt“ versucht der Soziologe Jean Ziegler zu ergründen, warum die Menschen sich täuschen, ja letztlich versklaven lassen. Er nennt das sich so zerstörerisch global ausbreitende – kapitalistische – Wirtschaftssystem die „kannibalische Weltordnung“. „Eigentum ist Diebstahl“ und „Reichtum ist unterlassene Hilfeleistung“ sind Gesetzmäßigkeiten, die bereits in dem bald 4000 Jahre alten „Codex Hammurapi“ geregelt werden sollten, aber immer noch die existenziellen Probleme dieser Welt sind. Geld galt seiner Einführung als das „Blut der Armen“ und vernichtet auch heute Millionen Leben – und letztlich diesen Planeten. „Die Unmenschlichkeit, die einem anderen angetan wird, zerstört die Menschlichkeit in mir“ war eine der wesentlichen Erkenntnisse Immanuel Kants (in: Der kategorische Imperativ). Wir können uns also „erklären“, also kognitiv beschreiben, wie es möglich ist, dass Dinge wie im Dritten Reich geschehen konnten, genauso, wie es geschehen kann, dass wir „westlichen Menschen“ es einfach hinnehmen, dass durch unser Verhalten alle fünf Sekunden ein Kind sterben muss, wir es dem Götzen „Geld“ opfern, wie vor tausend Jahren z.B. die Mayas.
Wir alle sehen den Klimawandel kommen und spüren bereits dessen Folgen. Unsere kläglichen Bemühungen etwas Energie zu sparen oder vielleicht bewusster einzukaufen werden daran nichts ändern, die möglichen Auswirkungen sind nicht einmal messbar, der CO2-Ausstoß steigt weiterhin. Ändern müssen wir tatsächlich die kannibalische Weltordnung, das ist der einzige Weg.

http://www.hna.de/politik/klimawandel-kommt-leise-aber-deutlich-5044067.html
https://www.tagesschau.de/inland/klimawandel-111.html