Ein Widerspruch in sich?

Was steckt dahinter, wenn sich Unternehmen, die für einen Großteil der CO2-Emission verantwortlich sind, plötzlich für den Klimaschutz einzusetzen scheinen? Bei einem Vorbereitungstreffen für die diesjährige Klimakonferenz haben sich sechs große europäische Energiekonzerne an die UNO-Klimachefin Christina Figueres gewandt. Sie plädieren für die Einführung einer wirksamen Klimasteuer. Der Ausstoß von Kohlendioxid soll weltweit besteuert werden, die UNO und die Regierungen einzelner Staaten sollen dies in die Hand nehmen. Zu den Konzernen, die dies fordern, zählen das niederländische Unternehmen Shell, die britischen Unternehmen BP und BG, Eni aus Italien, Total aus Frankreich und der norwegische Konzern Statoil.

Wie es scheint, haben auch diese Konzerne, die zu den größten Produzenten von CO2-Emission zählen, erkannt, dass etwas geschehen muss, um den Klimawandel aufzuhalten. Um die Erderwärmung einzudämmen und nicht über die Grenze von zwei Grad hinauszukommen, ist es dringend nötig, die weltweite Kohlendioxid-Emission drastisch zu senken. In der EU gibt es zwar bereits ein Emissionshandelssystem, doch ist der Preis für die Tonne Klimagas so niedrig, dass das System wenig zum Klimaschutz beiträgt. Genau das wollen die Energiekonzerne, die sich vor wenigen Jahren noch gegen die Einführung des Emissionshandels sträubten, nun ändern.

Dies ist ein wichtiges Zeichen und ein Schritt in die richtige Richtung, doch ganz uneigennützig ist er natürlich nicht. Die fortschreitende Energiewende der letzten Jahre hat das Geschäftsklima für diese sechs Unternehmen verschlechtert. Es stellt sich die Frage, wie lange Kohle, Öl und Gas überhaupt noch gefördert werden dürfen. Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) müssen etwa 50 % der heute bekannten Vorkommen an fossilen Brennstoffen in der Erde verbleiben, um die Erderwärmung aufzuhalten. Da Gas der fossile Brennstoff ist, der für die geringsten CO2-Mengen verantwortlich ist, werden die Konzerne verstärkt auf Gas setzten, bevor die Förderung fossiler Brennstoffe in absehbarer Zukunft womöglich ganz verboten wird.

Bild: Global Warming Art

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