Eine US-Studie zeigt: 90% der Bevölkerung könnten mit regionalen landwirtschaftlichen Produkten aus einem Umkreis von 50 Meilen komplett versorgt werden.

Spanische Paradeiser? Israelische Paprika? Alles nicht notwendig, sagt eine neue, landwirtschaftliche Studie aus den USA: Man könnte 90% der USA mit regional produzierten landwirtschaftlichen Erzeugnissen versorgen. Regional heißt: in einem Radius von 50 Meilen oder 80 Kilometer um die jeweilige Stadt.

Das Forschungsprojekt “The Large Potential of Local Croplands to Meet Food Demand in the United States.” wurde geleitet von Prof. Elliott Campbell an der University of California Merced. Das Team hat mit kartografisch Mitteln untersucht, wie hoch das Potential ist, die Bevölkerung einer Stadt lokal zu versorgen. Gerade in den großen Städten der USA ist das Potential zur Selbstversorgung höher als angenommen – und es ist abhängig von der bevorzugten Ernährung.

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Warum kommt eine solche Forschung gerade jetzt? Die Popularität von Bauernmärkten und des “farm-to-table” Konzepts in den USA ist ungebrochen hoch, ebenso das Interesse an frischen, biologisch hergestellten Lebensmitteln. “There are profound social and environmental benefits to eating locally.”, sagt Prof. Campbell.

Dabei ist genau dieses Potential zur lokalen Versorgung mit Lebensmitteln seit Jahren am Rückgang, durch das Zusammentreffen von begrenzten Landressourcen und der fortschreitenden Suburbanisierung des Umlands und des Bevölkerungszuwachses der Städte.

Für die Untersuchung hat sich Prof. Campbell alle landwirtschaftlichen Betriebe im Untersuchungsradius der jeweiligen Städte angesehen und abgeschätzt, wie viele Kalorien an Nahrung diese produzieren können. Dieses Potential wurde mit dem Nahrungsbedarf der Bevölkerung jeder Stadt in Beziehung gesetzt, um jenen Prozentanteil zu erhalten, der lokal versorgt werden kann.
Bei den Ergebnissen haben die großen Städte im Osten und Westen der USA überrascht. New York City kann beispielsweise nur 5% der Bevölkerung in einem Umkreis von 25 Meilen versorgen, aber bis zu 30%, wenn man den Umkreis verdoppelt. Im Großraum Los Angeles könnten bis zu 50% der EinwohnerInnen aus einem Umkreis von 50 Meilen versorgt werden.

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Die Ernährungsgewohnheiten sind ausschlaggebend: bezieht man die Daten auf die amerikanische Durchschnittskost, könnte San Diego 35% der Bevölkerung lokal versorgen. Würde man auf eine pflanzenbasierte Kost umsteigen, könnte der Anteil auf 51% gesteigert werden.

Eine enge Beziehung zwischen Stadt und Land wäre für Prof. Campbell auf einer weiteren Ebene wichtig: “One important aspect of food sustainability is recycling nutrients, water and energy. For example, if we used compost from cities to fertilize our farms, we would be less reliant on fossil-fuel-based fertilizers,” Campbell said. “But cities must be close to farms so we can ship compost economically and environmentally. Our maps provide the foundation for discovering how recycling could work.”

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