Der weltweit erste autonome Bus im Linienverkehr ist seit kurzem in der Schweiz im Einsatz.

In der Walliser Kantonshauptstadt Sitten ging vor kurzem der erste autonome Bus in Betrieb. In den nächsten zwei Jahren soll der weltweit erste fahrerlose Bus im öffentlichen Nahverkehr getestet werden. Zuvor wurde der Elektrobus des französischen Herstellers Navya bereits sechs Monate lange auf einem privaten Gelände getestet, wo er diverse Verkehrssituationen meistern musste.

Um verschiedenste Situationen erkennen und meistern zu können, ist das SmartShuttle Navya Arma mit LIDAR-Sensoren (Light Detection and Ranging oder auch LADAR – Laser Detection and Ranging) ausgestattet. Sowohl vorne als auch hinten sind drei solche Sensoren angebracht, diese nehmen die Umgebung dreidimensional aus verschieden Blickwinkeln war. Außerdem wird so die Umgebung kartografiert und die eigene Position auf rund 5 Zentimeter genau bestimmt. Weiters ist der Bus mit GPS ausgestattet, um die Position ganz exakt bestimmen zu können. Eine Stereo-Vision-Kamera hilft dabei Hindernisse nicht nur zu erkennen, sondern auch ihre Position im Verhältnis zur eigenen einzuschätzen.

Im Moment sind die Busse, die an und für sich eine Geschwindigkeit von bis zu 45 km/h erreichen können, mit etwa 20 km/h unterwegs. Zur Zeit befindet sich noch ein „Sicherheitsfahrer“ mit im autonomen Fahrzeug. Dieser schaut ob alles einwandfrei funktioniert und kann notfalls auch ein Bremsmanöver einleiten oder die Fahrspur mittels Joystick korrigieren. Ansonsten wird das Fahrzeug aber via Software überwacht und auch ein Teleoperator, in der Betriebszentrale, kann jederzeit aus der Ferne eingreifen oder den Bus stoppen, sollte dies einmal notwendig sein. Die Software übernimmt auch das Lademanagement des Akkus, ein Aufladen ist nach rund 10 Stunden Betriebszeit notwendig.

In den nächsten eineinhalb Jahren will man in Sitten nicht nur testen, wie der Einsatz von autonomen Fahrzeugen funktioniert, sondern auch herausfinden wie es mit der Akzeptanz dieser Technologie bei Fahrgästen und anderen Verkehrsteilnehmern aussieht. Um überhaupt in Testbetrieb gehen zu können, gab es einige verwaltungstechnische Hürden zu meistern, denn in den momentanen gesetzlichen Bestimmungen ist der Einsatz autonomer Fahrzeuge im öffentlichen Verkehr nicht ausreichend geregelt. Das Schweizer Bundesamt für Straßen sieht den Testbetrieb aber als zukunftsweisenden Schritt in der Verkehrsentwicklung und -politik.

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Bild: Navya

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