Produkte mit Fairtrade-Siegel
Produkte mit Fairtrade-Siegel
Für fahrgehandelte Produkte gibt man gerne mehr aus.

Ob Bananen, O-Saft oder Tee – das Fairtrade-Siegel zeigt Wirkung und hat den Effekt, dass man bereit ist, für ein Produkt mit dem Abzeichen mehr zu bezahlen als für ein Produkt ohne das Logo. Dies fanden nun Forscher des Center for Economics and Neuroscience der Universität Bonn heraus. Die Studie ist kürzlich in der Zeitschrift „Frontiers in Behavioral Neuroscience“ erschienen.

Dafür schickten sie Probanden in den Hirnscanner zum Einkaufen. Dort gab es alle Produkte in den zwei Varianten mit und ohne Fairtrade-Siegel. Dabei durften die Testpersonen selbst die Preise für die Waren bestimmen. Das Ergebnis: Im Schnitt waren die Teilnehmer bereit, für fairgehandelte Produkte 30 Prozent mehr auszugeben.

Die Wissenschaftler konnten beobachten, dass Teile des Belohnungszentrums im Gehirn beim Anblick des Fairtrade-Siegels aktiviert wurden und fanden somit den Grund dafür, dass das Logo so positiv bewertet wird. Zudem ist bei der Berechnung der Zahlungsbereitschaft vor allem ein Bereich des Stirnhirns aktiv, der sogenannte vmPFC, in dem Informationen aus anderen aktivierten Hirnbereichen zur Entscheidungsfindung gesammelt werden.

Fairtrade-Siegel beeinflusst Wahrnehmung

Die Forscher deckten einen weiteren Effekt des Fairtrade-Siegels auf: Sie gaben den Probanden zwei Stück Schokolade aus derselben Tafel, gaben allerdings an, dass eines der Stücke ein Fairtrade-Produkt sei. Anschleißend sollten die Teilnehmer den Geschmack der beiden Stücke bewerten und das angeblich ausgezeichnete Produkt schnitt dabei besser ab. Ähnliche Tests wurden auch schon mit dem Biosiegel durchgeführt mit demselben Ergebnis. Die Siegel beeinflussen durch positive Bewertung unsere Wahrnehmung.

Über den Fairen Handel

Der Faire Handel ist eine kontrollierte Handelspartnerschaft, die den Prinzipien Dialog, Transparenz und Respekt folgt. Die Preise für die gehandelten Produkte werden über dem jeweiligen Weltmarktpreis angesetzt, um den sonst benachteiligten Produzenten aus Entwicklungsländern ein höheres und verlässliches Einkommen zu gewährleisten. Die Produktionskosten werden dadurch gedeckt und die Existenz der Bauern in der Folge gesichert. In dem jeweiligen Produktpreis ist ein Entwicklungsaufschlag enthalten, der für Sozial- und Umweltprojekte eingesetzt wird. So werden davon z. B. Schulen gebaut, Apotheken eröffnet, Gemeinschaftsräume eingerichtet oder Stipendien vergeben.

Die positiven Effekte des Fairen Handels

Der Faire Handel geht gegen Ausbeutung, Kinderarbeit und Sklaverei vor. Das Arbeitsumfeld muss sicher und gesundheitsverträglich sein und Gewerkschaftsfreiheit muss gewährleistet werden. Ein weiterer Grundsatz des Fairen Handels ist die Gleichberechtigung von Frauen, die angemessen entlohnt werden und durch demokratische Strukturen Mitspracherecht erhalten. Die demokratischen Strukturen wirken sich auch dahingehend aus, dass die Gemeinschaft selbst über die Verwendung der Entwicklungsaufschläge entscheiden kann.

Transparenz von Verwaltung und Management gehören zu den Betriebsstrukturen ebenso wie langfristige Lieferverträge, um eine nachhaltige Entwicklung zu sichern. Auch umweltpolitische Aspekte werden berücksichtigt. Ökologische Landwirtschaft wird gefördert und Pestizide verboten. Ein Großteil aller Fair-Trade-Produkte stammt inzwischen aus ökologischem Anbau.

Produkte mit dem Fairtrade-Siegel

Ursprünglich befasste sich Fairer Handel mit landwirtschaftlichen Produkten, die aus Entwicklungsländern in Industrieländer exportiert werden. Dazu gehören beispielsweise Bananen, Blumen, Datteln, Fruchtsäfte, Gewürze, Honig, Kaffee, Kakao, Reis, Tee, Wein und Zucker. Immer mehr werden aber auch industrielle Produkte aufgenommen, wie Bekleidung und Sportbälle.

Quelle:

Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn: Studie: Fairtrade-Logo erhöht die Kaufbereitschaft. Forscher der Universität Bonn zeigen, was das Ethik-Siegel im Gehirn bewirkt. Pressemitteilung vom 26.08.2015. http://www3.uni-bonn.de/Pressemitteilungen/170-2015 (zuletzt aufgerufen: 27.10.2015).

Bild: © Martina Liel

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