Parkplatzsuche nervt – aber oft ist das Problem kleiner, als es wirkt. Hamburg und Köln gehen neue Wege in der Parkplatzverwaltung.

Wer nach Feierabend in der Stadt einen Parkplatz sucht, kennt das nervige Problem. Man zieht Runden, verliert Zeit und hat am Ende das Gefühl, dass es nirgendwo eine freie Lücke gibt. Doch der Eindruck täuscht häufig, denn in vielen Städten sind durchaus ausreichend Stellplätze vorhanden, sie werden nur nicht immer zur richtigen Zeit oder am richtigen Ort gesucht oder genutzt.

Hamburg zeigt, wie vorhandene Flächen besser funktionieren können

Ein Beispiel dafür liefert Hamburg. Dort können Anwohner seit Mitte Januar nachts günstig auf einem Lidl-Parkplatz parken. Das Pilotprojekt in Hamburg-Hamm nennt sich Feierabendparken, die Stellplätze sind digital buchbar und kosten drei Euro pro Nacht und auch für längere Zeitspannen gibt es vergünstigte Tarife. Das Ziel ist es, vorhandene Flächen besser auszunutzen, den Parksuchverkehr zu verringern und die umliegenden Straßen zu entlasten.

Köln: Private Parkplätze bleiben oft leer

Dass dieses Modell über Hamburg hinaus Relevanz besitzt, zeigt eine Untersuchung aus Köln. Für eine Studie zählte die Ampido GmbH in zwei Innenstadtvierteln die verfügbaren Parkplätze und ermittelte, wie stark sie tatsächlich frequentiert wurden. Im Agnesviertel kamen zu rund 2.750 öffentlichen Stellplätzen etwa 1.900 private Parkplätze hinzu. Genau diese privaten Flächen waren im Schnitt nur zu 30 Prozent ausgelastet. Ein Teil davon stand nur zu besonderen Anlässen zur Verfügung, etwa ein Eventparkhaus mit 450 Stellplätzen. Nach Berechnungen der Studie könnten dadurch 70 Prozent der dort parkenden Autos von der Straße in private Tiefgaragen oder Hinterhöfe verlagert werden.

Auch im Stadtgartenviertel fiel das Ergebnis deutlich aus. Dort lag die durchschnittliche Auslastung bei 40 Prozent, das rechnerische Potenzial zur Entlastung der Straßen betrug sogar 90 Prozent.

Das eigentliche Problem: Ungleichmäßige Nutzung

Die Zahlen machen deutlich, dass das Problem in vielen Städten weniger in einem absoluten Mangel an Stellplätzen liegt, als in ihrer ungleichmäßigen Nutzung. Während vor Supermärkten, Behörden oder Schulen oft Parkflächen über weite Teile des Tages leer bleiben, suchen Autofahrer zur gleichen Zeit lange nach einem freien Platz.

Das hat weitreichende Folgen für den städtischen Verkehr. In Köln macht der Parksuchverkehr nach Angaben des ADAC rund 30 Prozent des innerstädtischen Verkehrs aus. Damit wird offensichtlich, wie viel Bewegung allein durch das Suchen entsteht, ohne dass dabei ein echter Verkehrsgewinn besteht. Hinzu kommt, dass die Fläche, die Autos in Städten beanspruchen, enorme Kosten verursacht und zwar für Straßen, Stellplätze und Infrastruktur, aber auch für Lärm, Emissionen und wenig nutzbare Stadträume.

Intelligente Nutzung statt Neubau: Was Städte tun können

Das Hamburger Projekt zeigt, wie sich real existierende Flächen intelligenter organisieren lassen. Supermarktparkplätze, die abends und am Wochenende leer stehen, könnten ebenso genutzt werden wie Stellflächen von Behörden, Kitas, Schulen oder Unternehmen. Auch das sogenannte Shared Parking bietet enormes Potenzial. Dabei werden private Parkplätze zeitweise an andere Nutzer vermietet, wenn die Eigentümer sie selbst nicht benötigen. Ergänzend könnten Apps helfen, freie Plätze schneller sichtbar zu machen und die mühsame Suche deutlich zu verkürzen.

Mehr Lebensqualität durch bessere Flächennutzung

Ökonomische Parkplatzverwaltung ist nicht nur eine Frage der Bequemlichkeit, sondern auch der Stadtqualität. Wenn Flächen besser ausgelastet werden, müssen weniger Autos im öffentlichen Raum stehen oder sinnlose Kreise ziehen. Das schafft Platz für breitere Gehwege, sichere Radwege, mehr Grün und attraktivere Aufenthaltsorte und Städte werden dadurch leiser, sauberer und weitaus lebenswerter.


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Bild: Nick Nice auf Unsplash