Photocredit: pixabay.com/RitaE
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Ein Blick hinter die Gründe und Wirkung von Fasten und Fastenzeit.

Die christliche Fastenzeit beginnt mit dem Aschermittwoch, der 2019 auf den 6. März fällt. Auch andere Religionen haben unterschiedliche Bräuche und Zeiträume des Fastens. Aber wozu? – Allgemein betrachtet hat das Vorenthalten von Nahrung oder bestimmter Nahrung eine körperliche seelische Reinigung zur Folge. Es kann wie eine Art Frühjahrsputz für den Körper gesehen werden.

Unabhängig von Begründungen, Zeiträumen und genauen Regeln rund um die Fastenzeiten der unterschiedlichen Religionen, kann man auch als nicht Gläubiger durchaus viel Logik und Sinn hinter diesen Traditionen entdecken. Es geht darum, Ballast abzuwerfen, Altes loszulassen, und sich auf das Wesentliche zu besinnen.

Dieses Rückbesinnen aufs Wesentliche findet – wie schon in Naturbeobachtung im Winter erwähnt – auch überall in der Natur in den Wintermonaten statt. Es gibt daher auch Vermutungen, dass die Fastenzeit als Anlehnung an natürliche Vorgänge der Jahreszeiten genau zum Ende der Winterzeit eingeführt wurde, wo ohnehin immer weniger Vorräte vorhanden waren.

In der christlichen Tradition ist teilweise das Essen bestimmter Lebensmittel wie Brot erlaubt. - Photocredit: pixabay.com/rovin
In der christlichen Tradition ist teilweise das Essen bestimmter Lebensmittel wie Brot erlaubt. – Photocredit: pixabay.com/rovin

Ursprünge des Fastens

Tiere – und auch wir Menschen früher – haben übers Jahr gesehen eine Zeit der Fülle und eine Zeit des Hungers. Die Zeit in der Natur, wo immer weniger Nahrung vom vergangenen Jahr noch da ist, aber noch keine frischen Pflanzen verfügbar, ist meist genau die Zeit von Ende Februar, bis etwa Mai.

Dies war und ist zwar keine selbstgewählte Fastenzeit. Dennoch zeigt sie auf, dass es durchaus natürlich ist, in einem gewissen Zeitraum des Jahres, weniger oder gar nichts zu essen. Es kann sogar sein, dass dies für einen gesunden Organismus in unseren Breitengraden notwendig ist, und wir jetzt – durch unsere tollen Errungenschaften – diese Phasen bewusst und willentlich herbeiführen müssten.

Wirkung

Es gibt sehr viele unterschiedliche Methoden des Fastens. Sie haben auch teils leicht unterschiedliche Wirkungen, wobei ein Ziel bei allen vorhanden ist. Es geht darum, dass das System nach einiger Zeit erkennt, dass keine Nahrung mehr kommt, und auf Notbetrieb umschaltet. Dabei steigt der Organismus auf Verbrennung der Reserven um, und versorgt außerdem nur die notwendigsten Funktionen.

Gleichzeitig müssen die Verdauungsorgane nicht ständig oder zumindest nicht so hart arbeiten, und können sich daher erholen und regenerieren. Das kann sogar öfter als einmal jährlich sehr sinnvoll sein.

Fasten bedeutet auch Willensstärke. Lässt man einmal locker, ist es schwer, wieder neu anzufangen. - Photocredit: pixabay.com/RyanMcGuire
Fasten bedeutet auch Willensstärke. Lässt man einmal locker, ist es schwer, wieder neu anzufangen. – Photocredit: pixabay.com/RyanMcGuire

Worum geht‘s eigentlich?

Wichtig beim Fasten ist, dass speziell wenn gesundheitliche Probleme bestehen, ein Arzt zugezogen werden sollte. Ist man jedoch gesund und nicht stark untergewichtig, ist es eine spannende Methode, wieder mehr auf seinen Körper hören zu lernen. Wie fühlt es sich an, wirklich Hunger zu haben? Was passiert, wenn auch bei Hunger kein Essen in den Magen kommt?

Dieses „leer sein“ des Körpers erlaubt es, sich selbst viel genauer wahrzunehmen, da die körperlichen Empfindungen nicht so stark durch mögliche Verdauungsprobleme überlagert sind. Es erinnert uns aber oft auch daran, dass dieses Gefühl von leer sein und Hunger haben in anderen Bereichen möglicherweise auch sehr wertvoll sein kann.

Fazit

Die längste Zeit die ich durchgehend gefastet hatte waren 7 Tage. Damals hatte ich jedoch den großen Fehler gemacht, und – weil ich es irgendwo gelesen hatte – einen Löffel Honig täglich gegessen. Dadurch konnte das System niemals vollständig herunterfahren und umstellen, und ich hatte bis zum Schluss immer ein Hungergefühl. Bei einem weiteren Versuch wirklich nur mit Wasser und Tee (und teilweise Salz für diverse Spurenelemente) war der Hunger tatsächlich am dritten Tag verschwunden.

Meine Beobachtungen dabei waren vor allem, dass es unglaublich erleichternd ist, sich mal ein paar Tage keine Gedanken darum zu machen, was man kochen bzw. essen könnte. Man gewinnt wertvolle Zeit, und kann sich auf andere Dinge konzentrieren. Ich kann daher das Einführen von (semi-)regelmäßigen Fastenzeiten bzw. Fastentagen als bewusste Erfahrung durchaus empfehlen.

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