Österreichische Esskultur kann mehr als Wiener Schnitzel und „Brettljause“. Fleisch ist für viele das Zentrum sämtlicher Mahlzeiten, und zwar täglich! Welche Konsequenzen dieses Konsumverhalten nach sich zieht, wird dabei oft…

Österreichische Esskultur kann mehr als Wiener Schnitzel und „Brettljause“. Fleisch ist für viele das Zentrum sämtlicher Mahlzeiten, und zwar täglich! Welche Konsequenzen dieses Konsumverhalten nach sich zieht, wird dabei oft unter den Teppich gekehrt.

In Oberösterreich gibt es seit Neuestem die Initiative FleischfreiTAG. Sie fordert dazu auf, Schnitzel und Co vorerst an einem Tag in der Woche liegen zu lassen: für die eigene Gesundheit und für den Klimaschutz!

Gutes Vorbild ist der Veggy Day aus Belgien. Wer zumindest einmal pro Woche einen vegetarischen Tag einplant, kann nachhaltig die Umwelt schützen. Denn übermäßiger Fleischkonsum strapaziert das Klima über alle Maßen. Methan- und Lachgasausstoß, gerodete Wälder, weite Transportwege, Futtermittelproduktion sind nur einige Aspekte, die die Erde wortwörtlich „ins Schwitzen bringen“. Wer jetzt umdenkt und einen FleischfreiTAG einlegt, kann einen wertvollen Beitrag zum Schutz unserer Umwelt leisten.

Im Interview mit dem oberösterreichischen Landesrat Rudi Anschober über den FleischfreiTAG:

energieleben: Woher kommt die Idee mit dem FleischfreiTAG? Warum jetzt? Und warum hier?

Rudi Anschober: Ich habe von der Umweltministerin der belgischen Region Gent auf einem Klimaschutzkongress vom dort erfolgreich gestarteten Veggie Day erfahren. Die Idee hat mich fasziniert und meine Partnerin und ich haben anschließend versucht, dies immer stärker ins eigene Leben zu implementieren und den Fleischkonsum immer stärker zu reduzieren. Und wir haben gemerkt: ja, es geht und es schmeckt wunderbar!

energieleben: Welches Ziel hat der FleischfreiTAG?

R.A.: Ich möchte möglichst viele OberösterreicherInnen dazu motivieren, zumindest freitags Fleisch von ihrem Speiseplan zu streichen und damit einen Beitrag für das Klima und die eigene Gesundheit zu leisten. Es geht mir dabei nicht um ein Verbot und um Zwang, sondern ums bewusste Genießen – vegetarisches Essen schmeckt einfach lecker! Außerdem wünsche ich mir möglichst viele KooperationspartnerInnen, die diese Idee ebenfalls weitertragen und unterstützen – etwa Restaurants oder Gasthöfe, die an einem Wochentag vegetarische Gerichte anbieten!

energieleben: Fällt es eigentlich ins Gewicht, ob ich mitmache oder nicht?

R.A.: Natürlich. Einerseits tut man sich selbst etwas Gutes, wenn man den Fleischkonsum reduziert. Zu hoher Fleischkonsum kann schlüssigerweise mit einer ganzen Reihe an Krankheiten in Zusammenhang gebracht werden. Aber auch Klimaschutz funktioniert immer nur dann, wenn viele mitmachen – und da zählt der Einzelne sehr wohl. Immerhin entstehen durch die Produktion von tierischen Lebensmitteln laut FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations, 2006) mehr klimaschädliche Treibhausgase als durch den gesamten globalen Verkehr – inklusive Schiffs- und Flugverkehr.

energieleben: Wie viele Menschen arbeiten an der Aktion aktiv mit und wie wird sie finanziert?

R.A.: Die Kampagne wurde vom oberösterreichischen Umweltressort initiiert und finanziert. Allerdings sind wir auf der Suche nach UnterstützerInnen. Schon im Vorfeld haben viele ihr Interesse bekundet und das Netzwerk der UnterstützerInnen wächst bereits.

energieleben: Gibt es ein (messbares) Wunsch-Ergebnis?

R.A.: Möglichst viele Menschen, die auf den Geschmack kommen, die merken, dass auch vegetarische Küche, ab und zu genossen, einfach wunderbar schmeckt.

energieleben: Wie kann ich mich beteiligen?

R.A.: Indem Sie etwa ihre vegetarischen Lieblingsrezepte mit uns teilen und auf der Website www.fleischfrei-tag.at hochladen, andere Rezepte bewerten, die Idee weitererzählen und damit weitertragen, auf der facebook-Seite www.facebook.com/fleischfreitag mitdiskutieren. Es gibt laufende Gewinnspiele, weiters sind Kochveranstaltungen und Filmtage geplant.

energieleben: Wie lange wird die FleischfreiTAG-Aktion weitergehen?

R.A.: Die Kampagne soll auf jeden Fall auch das ganze nächste Jahr über laufen.

Green Monday in Wien

Ökologisch bewusst kochen kann man natürlich nicht nur in Oberösterreich. In Wien formiert sich ebenfalls gerade eine Initiative zum Thema. Unter dem Titel „Green Monday“ bieten die engagierten Mitglieder Schulungen für Gastronomiebetriebe für klimafreundliches Kochen auf pflanzlicher Basis an. Projektkoordinatorin Susanne Fromwald ist unter der Telefonnummer 0664/ 612 67 06 oder per E-Mail unter susanne.fromwald@gmail.com erreichbar.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*