Fotocredit: unsplash.com/Jack Hamilton
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Amphibien wie Frösche und Kröten sind faszinierende Lebewesen und spielen eine wichtige Rolle in unserem Ökosystem.

Wenn wir in der Nähe eines Teiches oder Feuchtbiotops leben, ist jetzt die Jahreszeit, wo wir fast jede Nacht mit einem Froschkonzert zu Bett gehen. Aber welche Rolle spielen Frösche und Kröten im Ökosystem? Und warum sind sie wichtige Anzeiger für intakte Lebensräume?

Ihre Rolle im Ökosystem

Amphibien sind Tiere, die sowohl das Wasser als auch das Land als Lebensraum benötigen. Somit spielen sie auch in beiden Bereichen eine wichtige Rolle in der Nahrungskette. Als Kaulquappen ernähren sie sich von Algen und Kleinstlebewesen. Das trägt dazu bei, dass etwa der Teich nicht kippt und mit Algen übersät ist. Gleichzeitig sind sie aber auch Nahrung für Fische. Später spielen sie ebenfalls sowohl eine Rolle als Jäger als auch als Beute, etwa von diversen Vögeln und auch Säugetieren.

Eine wesentliche Überlebensstrategie der Frösche und Kröten ist die Tarnung. - Fotocredit: unsplash.com/David Clode
Eine wesentliche Überlebensstrategie der Frösche und Kröten ist die Tarnung. – Fotocredit: unsplash.com/David Clode

Was passiert also, wenn Frösche, Kröten und Lurche aus einem Ökosystem verschwinden? Je nach Art und Lebensraum können sie ein gefährliches Loch in die Nahrungskette reißen. Es kann zum Überschuss bestimmter Insekten kommen, während sie als Nahrungsquelle von Vögeln und Säugetieren wegfällt. Das bringt ein starkes Ungleichgewicht in das System, was diverse unterschiedliche, schwer vorhersagbare Folgen hat.

Die Bedrohungen

Frösche und Kröten sind aktuell diversen Bedrohungen ausgesetzt. Daher stehen alle einheimischen Amphibien zur Gänze unter Naturschutz.

Die stetige Trockenlegung von Feuchtgebieten als Lebensraum spielt dabei eine sehr relevante Rolle. Dabei geht es sowohl um die durch den Menschen direkt umgesetzte Trockenlegung und Uferbebauung als auch die vermehrten Austrocknungen und Dürren durch den Klimawandel.

Amphibien benötigen das Wasser als Schutz, um nicht auszutrocknen. - Fotocredit: unsplash.com/Ed van duijn
Amphibien benötigen das Wasser als Schutz, um nicht auszutrocknen. – Fotocredit: unsplash.com/Ed van duijn

Zusätzlich werden und wurden in Teiche etwa zum Angeln vermehrt Fische eingesetzt. Diese fressen dann jedoch aufgrund ihrer Menge einen bedrohlich großen Anteil der Kaulquappen, und können sogar ganze Amphibienpopulationen dieses kleinen Ökosystems ausrotten.

Nicht nur die Trockenlegung, sondern auch die Zerteilung ihrer Lebensräume, etwa durch Straßen stellt eine nicht unwesentliche Bedrohung dar. Wenn wir nicht verhindern können, dass Straßen in diese Gebiete gebaut werden, müssen wir zumindest dafür sorgen, dass Warnschilder über die Amphibienwanderung angebracht werden. Dann fallen zwar sicher noch immer einige von ihnen den Autos zum Opfer, aber vielleicht nicht so viele.

Wie auch in so vielen anderen Ökosystemen ist auch beim Lebensraum Teich die Überdüngung und die Belastung mit Schadstoffen aufgrund konventioneller Landwirtschaft ein ständiger negativer Faktor.

Wenn der Lebensraum durch Straßen geteilt wird, werden Frösche und Kröten bei ihrer Wanderung zusätzlich den Gefahren der Straße ausgesetzt. - Fotocredit: unsplash.com/Chris McQueen
Wenn der Lebensraum durch Straßen geteilt wird, werden Frösche und Kröten bei ihrer Wanderung zusätzlich den Gefahren der Straße ausgesetzt. – Fotocredit: unsplash.com/Chris McQueen

Was wir tun können

Passend zu den jeweiligen Bedrohungen ist es natürlich wichtig, die Lebensräume der Amphibien vor all den zerstörerischen Einflüssen zu schützen. Ein Schritt davor ist aber vor allem, dass wir uns mit diesen faszinierenden Lebewesen mehr auseinandersetzen. Speziell Frösche und Kröten lösen bei einigen Menschen die Assoziation von schleimig, eklig oder hässlich aus. Das muss aber nicht sein.

Wir können sie auch aus ganz anderen Blickwinkeln betrachten. Amphibien können etwa über ihre Haut sowohl Wasser als auch Sauerstoff aufnehmen. Sie machen im Laufe ihres Wachstums eine beeindruckende Entwicklung vom reinen Wasserwesen zum Landwesen durch. Außerdem sind ihre teils grellen Farben und Zeichnungen äußerst faszinierend. Wenn wir also hier die Sichtweise auf diese Lebewesen verändern, und sie besser kennenlernen, bekommen wir auch eine besseres Gefühl dafür, warum wir all diese Schutzmaßnahmen umsetzen wollen.

Auch Feuersalamander gehören zu den Amphibien, und sind in Österreich gefährdet. - Fotocredit: unsplash.com/Andy Kogl
Auch Feuersalamander gehören zu den Amphibien, und sind in Österreich gefährdet. – Fotocredit: unsplash.com/Andy Kogl

Fazit

Auch wenn viele der Amphibien klein und unscheinbar wirken, so zeigt uns eine genauere Betrachtung recht klar, dass sie – wie so viele andere Gruppen von Lebewesen – eine wichtige Rolle im Ökosystem übernehmen. Die Natur besteht aus vielen Kreisläufen, und niemand ist unnütz. Daher ist es besonders wichtig, dass wir uns darüber informieren, welche Rolle jedes Lebewesen spielt. Dadurch können wir größere Zusammenhänge erkennen, und einen nicht nur rein emotionalen oder belehrenden, sondern einen fundierten Grund liefern, warum es so wichtig ist, all diese Lebensräume zu erhalten, zu schützen, oder wieder neu aufzubauen.

Quellen

auenblicke.blogspot.com: Ökologische Bedeutung der Amphibien
biodiversitaet.bz.it: Frösche
nabu.de: Amphibien
sofatutor.at: Amphibien Frösche Kröten Unken Salamander und Molche
nationalgeographic.de: Die faszinierende Welt der Frösche
wwf.de: WWF Information Amphibien und Reptilien im Klimawandel
bund-naturschutz.de: Amphibien Gefährdung
klima-warnsignale.uni-hamburg.de: Warnsignal Klima – Die Biodiversität Kapitel 3.7
spektrum.de: Amphibiensterben – Frösche verschwinden von unserem Planeten