Wärmepumpen finden sich bei immer mehr Einfamilienhäusern. Wie sieht deren Zukunft allerdings bei Mehrparteienhäusern aus? Fotocredit: © HarmvdB/Pixabay
Wärmepumpen finden sich bei immer mehr Einfamilienhäusern. Wie sieht deren Zukunft allerdings bei Mehrparteienhäusern aus? Fotocredit: © HarmvdB/Pixabay
Bisher kennen wir Wärmepumpen zum Großteil von Ein- oder Zweifamilienhäusern. Doch die nachhaltige Energieform könnte künftig auch für Mehrfamilienhäuser interessant werden. Welche Herausforderungen das mit sich bringt, haben wir hier für euch zusammengefasst.

Wärmepumpen gelten aktuell als interessante Energiealternative. Vor allem, wenn es um nachhaltiges Heizen geht. Wer durch die Einfamilienhaus-Siedlungen am Stadtrand spaziert, sieht derzeit immer mehr Gärten mit Geräte, die auf eine Wärmepumpe hinweisen. Sie gilt als besonders nachhaltige Methode zur Heizwärmegewinnung, da sie ohne fossile Energieträger auskommt und regenerative Energie aus der Umwelt zieht. Je nach Gerät wird dafür die Wärme aus der Erde, des Grundwassers oder aus der Umgebung gewonnen. Wärmepumpen versprechen, ausreichend Energie für Heizungswärme sowie für Warmwasser auch an sehr kalten Tagen zu erzeugen. Die sicherste Energiemöglichkeit ist dabei eine Erdwärmepumpe, da im Boden durchgängig Temperaturen zwischen fünf und sieben Grad vorherrschen. Aus der Energie in der Erde wird dann durch Kompression Wärme gewonnen. Da die Wärmepumpe dafür allerdings zum Teil in den Boden eingegraben werden muss, ist bei dieser Energieform auch mit ein wenig Aufwand zu rechnen. Trotzdem erfreuen sich Wärmepumpen-Systeme in Einfamilienhäusern zunehmender Beliebtheit. 

Wärmepumpen erreichten 2020 Absatzrekord

Im Jahr 2020 wurde mit über 31.700 verkauften Wärmepumpen in Österreich sogar ein Absatzrekord erreicht. Damit sind wir im Bereich Wärmepumpen im Europavergleich auf Platz 13. Alleine 24.715 der 2020 installierten Anlagen in Österreich sind reine Heizungswärmepumpen. In Europa wurden in den vergangenen knapp drei Jahrzehnten rund 13,5 Millionen Wärmepumpen installiert. Das spart seit 1995 ca. 40,6 Megatonnen an Emissionen ein. In unseren Breiten findet man das nachhaltige Energiesystem jedoch vor allem bei Ein- oder Zweifamilienhäusern. Diese machen beispielsweise in Deutschland über 80 Prozent der Wohngebäude aus, doch in Punkto Wohnfläche sind es nur mehr 60 Prozent. Der Rest entfällt auf Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Und genau hier steht die Wärmepumpentechnologie vor aktuellen Herausforderungen. Denn in Wohnhäusern mit mehreren Parteien müssen zumeist ganz unterschiedliche Interessen von Bewohnern, Baugesellschaften, Eigentümern oder Investoren berücksichtigt werden. Und hier kann beim entsprechenden Bauaufwand, der bei Wärmepumpen zu erwarten ist, nicht immer rasch eine Einigung erzielt werden. Aber auch technisch sind Mehrfamilienhäuser eine komplexere Angelegenheit in Sachen Wärmepumpen. 

Zusätzliche Herausforderungen für Wärmepumpen im Mehrparteienkontext

Das liegt daran, dass im Vergleich zu Einfamilienhäusern hier mit größeren Verteilungsverlusten zu rechnen ist, die mit einer höheren Heizleistung kompensiert werden müssen. Dafür ist wiederum mehr Platz für die Technik erforderlich. Allerdings gibt es auch für diese Komplexität mittlerweile spannende Lösungen und Beispiele in ganz Europa zeigen, dass die Technologie künftig auch in Mehrparteienhäusern einen größeren Stellenwert bekommen könnte. Eines davon findet sich auch in Österreich. Genauer gesagt im obersteirischen Weiz. Für das Projekt „Hot Ice“ wurde eine Wärmepumpe für die Heizung sowie die Kühlung eines Mehrparteienhauses auf Basis der Eisspeichertechnologie errichtet. Die Energie für die Wärmepumpe selbst wird dabei zum Großteil aus einer Photovoltaikanlage gewonnen. Die Projektverantwortlichen haben dabei ein System aus Visualisierung, Analyse und Monitoring entwickelt, mit dem nun die Energienutzung von zehn Familien in dem Mehrparteienhaus erfasst wird. Mit den gewonnenen Daten soll die Anlage künftig so analysiert werden, dass daraus Handlungsschritte für die maximal mögliche Energieeffizienz weiterer Anlagen abgeleitet werden können.

Quellen: daikin.at, ots.at, blog.innovation4e.de, innovationszentrum-weiz.at / Fotocredit: © HarmvdB/Pixabay 


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