Wachstum ist das goldene Kalb, das den Menschen in Industriestaaten Wohlstand verspricht. Wachstum geht aber nicht ohne Umsatz von Gütern, nämlich Umsatz im Sinne von Verbrauch. Und Verbrauch beinhaltet nun…

Wachstum ist das goldene Kalb, das den Menschen in Industriestaaten Wohlstand verspricht. Wachstum geht aber nicht ohne Umsatz von Gütern, nämlich Umsatz im Sinne von Verbrauch. Und Verbrauch beinhaltet nun einmal Vergehen, nämlich kaputt gehen.

http://www.greenpeace-magazin.de/aktuell/2013/03/20/verkuerzte-lebensdauer/

http://www.shortnews.de/id/877718/kaufen-fuer-die-muellhalde-absichtlich-verkuerzte-produkt-lebensdauer

http://www.welt.de/wirtschaft/article114603033/Elektronik-Hersteller-planen-Defekt-ihrer-Geraete.html

http://www.hr-online.de/website/rubriken/ratgeber/index.jsp?rubrik=55851&key=standard_document_44352481

Eine aktuelle Studie belegt das, was alle schon immer wussten

Die Menschen brauchen heute offenbar immer Fachleute, die ihnen sagen, dass das, was sie eigentlich schon lange wissen auch stimmt. Seit fast 100 Jahren lebt die Wirtschaft in den Industrienationen von Wachstum, Expansion, Umsatz und Verbrauch. Eine Zeitlang ging das noch gut, indem die nationalen Märkte gesättigt und dann neue Märkte „erschlossen“ wurden. Zuletzt durch den Anschluss Osteuropas an den globalen Markt. Trotzdem muss auch der Umsatz an den heimischen Märkten, florieren, damit die Wirtschaft nicht nur vom Export abhängig ist. Das geht aber nur, wenn die Waren eine begrenzte Lebensdauer haben. Also produziert unsere Industrie für den Müll und die Bürger zahlen dafür. Diese Weisheit sollte eigentlich jeder Bürger, Wähler und Unterstützer dieses Wirtschaftssystems besitzen.

Ein System wie ein Krebsgeschwür

Von außen betrachtet, mutet das Verhalten der Menschen absolut skurril an. Sie fressen Rohstoffe in großen Mengen und scheiden in gleicher Menge Abfall aus. In der Zwischenzeit nutzen sie die aus den Rohstoffen hergestellten Dinge vielleicht eine kurze Zeit, manche „besitzen“ sie nur kurz, ohne sie wirklich zu nutzen und werfen sie dann wieder weg, um Platz für neue Dinge zu schaffen. Dieses System frisst sich langsam über den ganzen Erdball. Das besonders absurde dabei ist, seit die chemische Industrie besondere Stoffe entwickelt hat, dass diese Stoffe besonders langlebig sind. Die daraus hergestellten Waren nicht, aber der Rohstoff. Dieser landet in der Umgebung (der so genannten Umwelt) und wird dann aber – nunmehr in den Nahrungsmitteln – von den Menschen wieder aufgenommen. Sie fressen also auch noch ihren Abfall. Niemand wird behaupten wollen, dass dieses ein natürlicher Vorgang ist, dass dies ein Verhalten ist, dem die Evolution eine lange Lebensdauer gewähren wird. Dieser Zweig der Spezies der Hominiden oder Primaten wird also von der Spezies Mensch gerade abgesägt.

FDP-Chef Rösler spricht von Dummheit, die es zu bekämpfen gilt

Die bundesdeutsche FDP will sich nicht an dem Verfahren zum Verbot der NPD beteiligen, weil sie mein, dass man die Dummheit nicht verbieten kann, sondern bekämpfen muss. Gleichzeitig weigert sich die deutsche Koalition, dies auch zu tun. Im Gegenteil, sie lebt gerade von dieser Dummheit, vertritt sie doch die Industrie und das System, welches nun einmal Dummheit produziert. Das ist Volksverdummung par excellence.

Die Bürger haben sich an dieses System verkauft, sich selbst als die Arbeiter – in den Betrieben – und zugleich als Konsumenten des Mülls versklavt. Sie unterwerfen sich den Moden, den Lifestiles, den Trends, mit denen man sie bombardiert. Sie haben ihr Gefühl für Stil und Schönheit abtrainiert und leben in einer absoluten Beliebigkeit, ohne jeden Stil, ohne ein Gefühl für eine Zugehörigkeit und Geborgenheit, weil sie stets glauben, es könnte einen neuen, schöneren und besseren geben. In diesem irrsinnigen Lauf, der nichts weiter ist als die Sucht nach eben dieser ruhigen Gewissheit und Geborgenheit werden sie krank und depressiv. Was für ein Irrsinn.

Fix-it, Use ist again und Cradle to Cradle sind die Alternativen

Glücklich, wer noch Geräte besitzt, die langlebig sind. Ein Tonbandgerät, mit 50 Jahre alten Bandaufnahmen, ein Plattenspieler, welcher 100 Jahre alte Scheiben abspielt, sind Schätze, die manch einer heute vermisst. Möbel vom Urgroßvater geerbt, ein Kühlschrank aus den 50er Jahren, nur mit einem neuen Kompressor versehen, war ohnehin frei von FCKW. Ein Automobil ohne Elektronik, auf Erdgas umgerüstet, schon in den 70ern, fährt nun mit Biogas im Wendland. Es gibt die Dinge, die Generationen lang halten, die immer wieder instand gesetzt werden können.

In Berlin findet man bereits wieder „Schusterwerkstätten“, wo Schuhwerk angepasst wird und für 200 Euro garantiert wird, dass diese Schuhe ein Leben lang halten – sofern der Fuß nicht weiter wächst – und kostenlos repariert werden, falls sich die Sohle doch abläuft. Es gibt Nähstuben, die aus den ältesten Textilien Kleidungsstücke zaubern, neu aus altem Material. Es gibt die alten Röhrengeräte – die Musiker so schätzten – die 100 Jahre überdauern. Eine Küchenmaschine, die die Mutter schon in den 50ern benutzte, die unverwüstlich ist. Wo also ist das Problem?

Dieses Wirtschaftssystem hat den Menschen die „Heimat“ geraubt und gaukelt ihnen vor, eine neue kaufen zu können. Es hat sie zu Süchtigen gemacht, die ihre Sucht nicht einmal wahrnehmen.

Es ist wirklich Zeit, für eine Entziehungskur, die vielleicht gerade einigen Ländern in der Eurozone – unwillentlich – verordnet wird. Die Menschen werden sich dieses absolutistischen Systems entledigen müssen und wieder zurückfinden zu einem nachhaltigen Leben. Ansonsten ist diese Kultur in kürzester Zeit am Ende.

Immer mehr Menschen finden sich zusammen, reparieren ihre liebsten Dinge. Fix-it ist eine Alternative zu „buy it new“. Sekond-Hand-Märkte boomen, Menschen entdecken auch wieder Schönheit, Töchter die Hippiekleider ihrer Mütter. Die Cradle-to-Cradle Intiative erklärt Designern und Konstrukteuren, dass es mehr Sinn macht, Dinge wieder zu verwenden, Rohstoffe zu sparen, ja irgendwann ganz auf neue zu verzichten – es gibt sie eh nicht endlos.

Schluss mit der Wegwerfkultur, wir können „haltbar“!

Es wird Zeit, die Hersteller des Mülls zu boykottieren, sich dem Wahnsinn zu verweigern. Vielleicht sollte der Müll genauso teuer werden, wie das Produkt oder der Hersteller gezwungen, das Produkt komplett zurückzunehmen und wieder zu verwenden. Wenn Menschen nicht lernen können, weil man sie nicht lehren will, muss man sie zwingen nachhaltig zu handeln. Dazu muss dann wohl die „Wachstumsideologie“ als erstes sterben. Einen anderen Weg zu einer Rettung wird es nicht geben. Antworten gibt auch das EPEA (Environmental Protection Encouragement Agency), das sich schon lange mit nachhaltigem Wirtschaften befasst.

http://epea-hamburg.org/index.php?id=69&L=4

Unsere Handwerker haben bewiesen, dass sie „haltbar“ können. Es gibt keinen Grund, dass Geräte nach einigen Jahren des Gebrauchs „sterben“. Selbst unser so wichtigen Daten, Urkunden und Zeugnisse vertrauen wir schon vergänglichen Medien an, nur um sie allesamt nach einiger Zeit wieder neu „sichern“ zu müssen. Wir hatten einmal auf Steinzeug oder Keramiktafeln Wissen verewigt, Haltbarkeitsdauer ca. 100.000 Jahre. Bücher sollten uns mehrere 100 Jahre erhalten bleiben. Selbst Filme auf Zelluloid werden gut 400 Jahre überdauern. Die digitale CD vergisst oft schon nach 10 Jahren, was sie speichern sollte, eine Festplatte eines Computers gibt in der Regel nach 5 Jahren auf. Behörden holen schon das alte Magnetband wieder hervor, welches mindestens 50, bei guter Lagerung über 100 Jahre die Daten behalten soll. Der technische Fortschritt hat Müll produziert – und riesige Renditen, mehr nicht.

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