Halley VI ist eine Forschungsstation in der Antarktis, die energieautark ist. Sie wurde auf einer Eisscholle rund 1.500 km vom Südpol errichtet.

Halley VI ist eine Forschungsstation in der Antarktis, die energieautark ist. Sie wurde auf einer Eisscholle rund 1.500 km vom Südpol errichtet. Aufgrund der saisonal schwankenden Schneemengen ist die Station aus verschiedenen Modulen zusammengesetzt, die auf riesigen hydraulischen Skier stehen. Droht die Abspaltung eines Eisbergs kann die Basis verlegt werden. Das Projekt vereinigt nachhaltiges Design mit höchsten technologischen Anforderungen.

Forschungsstation in der Antarktis

Halley VI befindet sich auf dem rund 150 Meter dicken Brunt-Schelfeis, das sich rund 400 Meter pro Jahr vom Südpol wegbewegt. Das Schneeniveau verändert sich im Laufe eines Jahres um rund einen Meter und die Sonne überschreitet im Winter für 105 Tage nicht den Horizont. Die Temperaturen sinken bis auf -56 C° und die Station wird Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 km/h ausgesetzt. Die Station kann per Schiff oder Flugzeug lediglich während des dreimonatigen Sommers erreicht werden. Das Material zum Bau der Station musste durch Meereis transportiert werden

Internationaler Wettbewerb

Während der kommenden zehn Jahre wird eine Spaltung der Eisscholle erwartet, die sich damit zu einem riesigen Eisberg verwandeln wird. Im Jahr 2004 wurde deswegen ein internationaler Wettbewerb gestartet, um eine neue vollständig transportable Forschungsstation zu errichten. Auf der Station arbeiten im Winter 16 Personen und 52 im Sommer. Das britische Architektenbüro Hugh Broughton ging als Gewinner hervor.

Modulares Konzept

Das Konzept wurde hinsichtlich der enormen Anforderungen der Antarktis entwickelt. Dabei waren der Komfort der Forscher, eine effiziente Bauweise und die wissenschaftliche Tätigkeit im Inneren der Station zu berücksichtigen. Um diesen Kriterien gerecht zu werden, wurde ein möglichst flexibles Design mit Hilfe von Modulen entworfen. Die einzelnen Module können für unterschiedliche Aktivitäten genutzt werden, entweder als Labore oder als Aufenthaltsräume. Zusammen ergeben die Module die neue Station, die aus zwei Plattformen besteht, einer zum Wohnen, die andere dient der Wissenschaft.

Umweltfreundlichkeit

Eines der größten Anliegen war es, ein Gebäude zu erschaffen, das nur minimale Auswirkungen auf das sensible Ökosystem der Antarktis hat. Halley VI ist die umweltfreundlichste Station der britischen Antarktisforschung. Umweltverträgliche Baustoffe wurden eingesetzt und die Station ist nicht im Boden verankert. Zudem werden erneuerbare Energien eingesetzt und Kraftstoffe und Abfall umweltgerecht entsorgt. Energieautarkie wie bei der autarken Berghütte wurde nicht erreicht, aber die Voraussetzungen waren auch ungleich schwieriger.

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