In Amsterdam muss man aktiv ‚ja‘ zu Werbung im Postkasten sagen, so spart die Stadt 6.000 Tonnen Müll pro Jahr ein.

Bei uns sieht man häufig Aufkleber mit der Aufschrift ‚Bitte keine Werbung‘ auf Briefkästen. Jeder der so einen Sticker auf seinem Postkasten hat, weiß, dass leider nicht alle Zusteller und Austräger dieser Bitte Folge leisten. Doch zumindest bekommt man weniger Werbematerial als ohne Sticker, dann beläuft sich die jährliche Menge nämlich auf bis zu 100 Kilogramm. Von diesem beträchtlichen Papierberg landet ein Großteil oft direkt im Müll, eine absolute Ressourcenverschwendung also.

In Amsterdam hat man das System umgedreht, statt einem Opt-out-Sticker bringt man hier seit zwei Jahren Opt-In-Sticker an seiner Tür an. Nur wer einen ‚Bitte Werbung‘ Sticker an seiner Tür hat, bekommt in der niederländischen Stadt noch Postwurfsendungen, alle anderen bleiben automatisch von den Papierbergen verschont. Das neue System scheint zu funktionieren, denn in den zwei Jahren seit der Einführung dieser Opt-in-Sticker konnte die Müllmenge Amsterdams um rund 6.000 Tonnen reduziert werden. Dies spart außerdem 700 Müllabfuhr-Fahrten jährlich!

Wieso aber ist das Opt-in-System so viel erfolgreicher, als das Opt-out-System wie wir es hierzulande kennen? Laut Standard.at  sind Menschen faul und tragen sich nicht gerne aktiv in irgendwelche Listen ein oder von solchen aus‘. Untermauert wird diese Behauptung damit, dass Österreich viel mehr Organspender hat als Deutschland, denn in Österreich ist jeder automatisch Spender, außer man meldet sich ab, während man sich in Deutschland aktiv als Organspender registrieren muss.

Vielleicht ärgert sich der eine oder andere von euch jetzt gerade über sich selbst, weil er/sie bisher auch zur Gruppe derer gehört, die zu faul waren, um sich einen entsprechenden ‚Bitte keine Werbung‘ Aufkleber zu besorgen. Hier kann die Umweltberatung Helfen, denn auf deren Website kann man die Sticker gratis (gegen Versandkosten) bestellen und es gibt auch Vorlagen zum Runterladen und selbst ausdrucken.


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