Rhabarber
Rhabarber
Ist Rhabarber nun gesund oder doch nicht? Es ranken sich viele Mythen um die Stangen – manche hassen sie, andere liebe sie!

Es ist wieder Rhabarber Saison und um diese Stangen ranken sich viele Mythen – sind sie nun gesund, oder doch eher giftig? Viele mögen Rhabarber gar nicht, ich persönlich freue mich jedes Jahr darauf! Heute habe ich ein paar Informationen zu den spannenden Stangen für euch zusammen getragen und verrate euch auch gleich meine Lieblingsrezepte damit!

Rhabarber – die Basics

Im Frühjahr ist Rhabarberzeit, die Saison beginnt hier in Österreich im April mit Glashausware und dauert bis etwa Ende Juni. Besonders die jungen Stangen, geerntet im April und Mai, sind ein Multitalent in Sachen Gesundheit.

Ich habe Rhabarber immer für Obst gehalten, doch botanisch gesehen ist er ein Gemüse, genau genommen ein Staudengewächs aus der Familie der Knöteriche. Er wurde bereits 3.000 vor Christus im alten China kultiviert und dort auch als Heilpflanze benutzt. Sogar gegen die Pest wurde er eingesetzt.

Rhabarber
Fotocredit: Kaori Nohara auf Unsplash

Ein Tausendsassa für die Gesundheit

Rhabarber hat nur ungefähr 25-30 Kilokalorien pro hundert Gramm. Trotzdem macht er satt, aufgrund der großen Menge an Quell- und Ballaststoffen.

Die rot-grünen Stangen enthalten eine beachtliche Menge an Vitamin C und helfen damit dem Immunsystem, mit Bakterien, Viren und Pilzen besser fertig zu werden. Auch Vitamin B ist enthalten, das für Haut und Haare eine wichtige Rolle spielt. Doch nicht nur glänzende Haare und frische Haut bekommen wir durch Rhabarber, die verschiedenen enthaltenen B-Vitamine machen ihn auch zu einem richtigen Nerven-Booster.

Neben Vitaminen macht auch ein guter Mix aus Mineralstoffen und Spurenelementen die Rhabarberstangen zu einem gesunden Gemüse. Mit Kalium und Eisen versorgt er den Körper beispielsweise und hilft somit den Blutdruck auszugleichen und die Blutbildung anzuregen. Kalium hilft zusätzlich Krankheiten wie Schlaganfall und Herzinfarkt vorzubeugen.

Rhabarber ist von Natur aus nahezu Zuckerfrei, liefert kaum Kohlenhydrate und gleicht damit den Blutzucker aus. Aber Achtung: sehr oft wird er mit viel Zucker zubereitet, dann gilt das natürlich nicht mehr.

Gut für den Darm

Die Fasern der Stangen enthalten wertvolle Ballaststoffe, die den Darm reinigen und beim Abtransport von Giftstoffen helfen. Zusätzlich sind vor allem die dicken Stiele voller Wirkstoffe, die den Darm in Schwung bringen und so gegen Verstopfung wirken. Es handelt sich dabei um bestimmte Pflanzenstoffe, so genannte Anthranoiden, die die Darmbewegung fördern.

Achtung: Oxalsäure

Leider enthält Rhabarber nicht nur tolle Inhaltsstoffe, sondern auch eine, die für manche Menschen nicht so gut ist: Oxalsäure. Diese Säure greift den Zahnschmelz an und raut dadurch die Zahnoberfläche auf. (Aber Achtung: trotzdem nicht sofort die Zähne putzen, sondern eine halbe Stunde warten. Sonst werden die Zähne noch stärker irritiert.)

Mineralstoffräuber

Außerdem gilt sie als Kalziumräuber, da sich bei der Verdauung Oxalsäure und Kalzium verbinden. Dadurch kann der Mineralstoff nicht mehr in die Knochen eingebaut werden. Als Kalziumoxalat werden beide Substanzen dann ausgeschieden, kann sich allerdings auch in Nieren und Gallenblase anlagern und in weiterer Folge Steine bilden. Doch auch Eisen und Magnesium binden sich an die Säure.

Wer an Gicht, Rheuma, Nierensteinen oder Arthritis leidet, sollte auf Rhabarber besser verzichten, denn Oxalsäure verschlimmert diese Beschwerden.

Wie ihr den Oxalsäure-Gehalt reduziert

Oxalsäure entsteht im Rhabarber beim Wachsen. Je länger die Stangen also wachsen können, desto mehr Oxalsäure enthalten sie. Ab Mitte Juni deswegen besser auf frischen Rhabarber verzichten, vor allem mit den genannten Vorerkrankungen.

Davor hilft schälen, denn in der Schale steckt am meisten Säure. Auch kochen hilft, denn beim Erhitzen wird die Säure teilweise aus dem Gemüse gelöst. (Das Kochwasser daher auch immer wegschütten.)

Einen großen Teil der Oxalsäure enthalten die Blätter, weswegen diese auch nicht gegessen werden.

Meine liebsten Rezepte

Rhabarber schmeckt grundsätzlich eher sauer, das liegt an der enthaltenen Apfel-, Zitronen- und Oxalsäure. Zu Beginn der Erntezeit schmeckt er allerdings etwas milder und rote Sorten haben ein süßeres Aroma als grüne.

Kauf und Lagerung

Frischen Rhabarber erkennt ihr daran, dass die Stangen fest sind und glänzen. Je trockener die Schnittstellen sind, desto länger ist die Ernte her. 

Rhabarber hält sich einige Tage, wenn ihr ihn in ein feuchtes Tuch wickelt und im Kühlschrank aufbewahrt. Die Stangen lassen sich auch einfrieren: dazu einfach klein schneiden und in einen Gefrierbehälter packen.

Erdbeer-Rhabarber-Limonade, Fotocredit: Ulrike Göbl

Die besten Rhabarber Rezepte

Aus den leckeren Stangen könnt ihr Kompott, Marmelade, Kuchen und andere leckere Süßspeisen zubereiten. Das fruchtig-saure Aroma passt super zu Mehlspeisen und Vanillepudding. Manche Köche verwenden das Gemüse sogar zu Fleischgerichten, zum Beispiel bei diesem Hühnerfilet mit Rhabarber-Chutney oder Schweinsschnitzel mit Rhabarber-Anis-Chutney.

Mein persönliches Lieblingsrezept: diese Erdbeer-Rhabarber Limonade. Generell ist die Kombination mit Erdbeeren sehr beliebt und das zurecht. Die süßen Erdbeeren ergänzen perfekt den sauren Rhabarber. Doch auch die Kombination mit Spargel ist möglich, wie bei diesem Blechkuchen. Oder auch bei diesem Rhabarber-Spargel-Salat.

Ich freu mich jedenfalls schon sehr auf die Rhabarberzeit!

Quellen:
lifeline Das Gesundheitsportal, Sarah Baumann, 22. August 2018, „Rhabarber – 11 Fakten über die gesunden Stangen
Apotheken Umschau, Dr. Martina Melzer, 14.05.2018, „Rhabarber: Gesund oder giftig?