Schwedische Modeketten beginnen umzudenken und setzten auf Papierkleiderbügel statt auf Plastik.

Wem war bewusst, dass Plastikkleiderbügel der am häufigsten vorkommende Gebrauchsgegenstand sind? Die globale Kleidungsindustrie produziert jährlich rund 150 Milliarden Kleidungsstücke, von denen die Meisten während Distribution und später in den Geschäften auf Plastikkleiderbügeln hängen. In Schweden, das von der Einwohnerzahl her etwa gleich groß ist wie Österreich, werden von der Modeindustrie jährlich rund 500 Millionen Plastikkleiderbügel benötigt, was einem Gewicht von rund 500.000 Tonnen Plastik entspricht. Hält man sich diese Zahlen vor Augen, versteht man erst, was für eine enorme Umweltbelastung die Produktion und Entsorgung dieser Kleiderbügel ist.

Das schwedische Unternehmen Ekoligens hat einen Ansatz gefunden um mit diesem Problem umzugehen, das heißt, die Menge an Plastikkleiderbügeln zu reduzieren. Der Name des Unternehmens setzt sich übrigens aus den schwedischen Wörtern ekologisk und intelligens zusammen, zu Deutsch ökologisch und Intelligenz. Gemeinsam mit mehreren Akteuren aus der schwedischen Bekleidungsindustrie hat man Kleiderbügel aus recyceltem Papier entworfen. Einer der Partner in diesem Projekt, war KappAhl, eines der führende Modeunternehmen Schwedens beziehungsweise Skandinaviens. Von KappAhls Produkten tragen 53 Prozent ein Nachhaltigkeitssiegel und diese nachhaltig produzierte Kleidung hängt nun auch auf nachhaltigen Kleiderbügeln aus Recyclingpapier. Der Bügel den Ekoligens für KappAhl produziert ist aber nicht vollständig aus Papier, der Haken ist aus recyceltem Metall. Durch den Einsatz der neuen Kleiderbügel rechnet KappAhl jährlich rund 1,1 Tonnen Plastik einsparen zu können.

Ekoligens produziert aber auch für andere Unternehmen, darunter etwa die Hotelkette Scandic, die in ihrer Branche Marktführend ist, wenn es um Nachhaltigkeitsarbeit geht. Die Kleiderbügel für die Scandic Hotels sind komplett aus Papier gefertigt. Ebenfalls rein aus recyceltem Papier ist die Kleiderbügelserie, die für die Kunsthalle Fotografiska in Stockholm produziert wurde. Diese Bügel können Besucher im dortigen Museumsshop erwerben. Auch bei Granit, einer Geschäftskette im Bereich Einrichtung und Wohndekoration, kann man Kleiderbügel aus wiederverwertetem Papier von Ekoligens erwerben. Hier gibt es verschiedenen Designs, einfärbige in schwarz oder weiß oder bunte, von der Künstlerin und Illustratorin Liselotte Watkins gestaltete, Bügel hat man im Sortiment.

Mehr zum Thema Mode

In dieser Kategorie stellen wir nachhaltige und faire Mode vor und berichten über Upcycling-Design. Mit folgenden Links gelangst du der Reihe nach zu mehr Artikel in diesem Themenbereich für Einsteiger bis zu Profis.

Bild: Pexels

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*