Fotocredit: © Free-Photos/Pixabay
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Ein kleiner Schnitt in die Haut verheilt bei den meisten Menschen rasch von ganz alleine wieder. Was, wenn man solche faszinierenden Selbstheiungsprozesse aus der Natur auch auf synthetische Materialien übertragen könnte? Dann könnte das der Anfang von Super-Akkus werden.

Wohl jeder kennt es und wir alle haben uns vermutlich schon einmal darüber geärgert: Ist das Smartphone und dementsprechend der Akku ganz neu, sind wir überrascht, wie extrem schnell das Gerät wieder voll geladen ist und wie lange der Akku hält. Je öfter wir unsere Handy aber aufladen, desto schneller entlädt es sich irgendwann. Und nach einiger Zeit spaziert man nur mehr mit der Powerbank durch die Gegend und hat das Aufladegerät ständig in der Tasche, weil man erst abends wieder nach Hause kommt und man sich nicht sicher sein kann, ob der Akku bis abends hält. Und das ist keine Einbildung. Denn so schön es ist, ein elektronisches Gerät möglichst rasch aufzuladen: Es hat einen erheblichen Nachteil. 

Je schneller Batterie lädt, desto schneller altert sie

„Je schneller eine Batterie voll ge- oder entladen wird, desto schneller und stärker altert sie“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Binder vom Institut für Chemie von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU). Er ist Teil des Forschungsprojekts „BAT4EVER“, im Zuge dessen er mit Kolleginnen und Kollegen aus ganz Europa erforscht, wie sich solche Prozesse, bei denen die Akku-Kapazität sukzessive abnimmt, verringern lassen. Neben der abnehmenden Kapazität wird übrigens auch der sogenannte Innenwiderstand der Batterie größer.

Ohne Aufladegerät außer Haus gehen? Nach einiger Zeit im Gebrauch für viele Handynutzer gar nicht mehr denkbar. Fotocredit: © Mahesh Patel/Pixabay  
Ohne Aufladegerät außer Haus gehen? Nach einiger Zeit im Gebrauch für viele Handynutzer gar nicht mehr denkbar. Fotocredit: © Mahesh Patel/Pixabay

Selbstheilungsprozesse in der Natur 

Kein Wunder also, dass der Forschungsgruppe daran gelegen ist, Akkus zu entwickeln, die sich quasi selbst reparieren können. Selbstheilungskräfte für Batterien? Ist das nicht reine Science Fiction? Nein, denn der Bereich der selbstheilenden Polymere ist ein Forschungsbereich, der schon seit 20 Jahren existiert. Die Frage, wie die in der Natur teils erstaunlichen Selbstheilungskräfte von Pflanzen und Tieren für Materialien genutzt werden könnten, fasziniert Forscher seit Langem. Doch trotz der intensiven Forschung sind bei synthetischen Materialen bislang noch keine Erfolge zu verzeichnen, die an die Selbstheilungsfähigkeiten der Natur heranreichen.

Batterie mit Selbstheilungsprozess 

Prof. Dr. Wolfgang Binder von der MLU ist auf den Bereich der selbstheilenden Polymere spezialisiert und möchte nun sein Wissen auf Batterien umlegen, damit Akkus nicht nur leistungsfähiger werden, sondern sich eben auch selbst heilen können. Das meint in dem Fall, dass der Akku seine strukturellen Materialdefekte selbst reparieren könnte. Ein bisschen wird man aber noch warten müssen, bis wir diese Technik in unseren Smartphones ausprobieren können. Denn derzeit ist der selbstheilende Akku noch nicht einmal im Prototyp-Status. 

Quellen: MLU, faszinationchemie.de Fotocredits: © Free-Photos, Mahesh Patel/Pixabay


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