Die täglichen globalen CO2-Emissionen sind um bis zu 17 Prozent gefallen.

Die Covid-19-Pandemie hat mit Stand Ende Juni über 9 Millionen Menschen infiziert und weltweit über 450.000 Menschen getötet. Um die Ausbreitung der Krankheit zu verringern, haben viele Länder ihren Bürgern soziale Distanzierungs- und Quarantänemaßnahmen auferlegt, was die Gewohnheiten von Milliarden von Menschen dramatisch verändert hat. Angesichts der Auswirkungen der Pandemie auf die USA, Europa, China und Russland, einige der höchsten Emittenten des Treibhausgases Kohlendioxid, ist der CO2-Gehalt in den letzten Monaten deutlich gesunken.

In einer in dem Journal „Nature Climate Change“ veröffentlichten Studie untersuchte ein internationales Forscherteam, wie die Politik während der Covid-19-Pandemie den Energieverbrauch und den Energiebedarf weltweit verändert hat. Dabei wurden Daten bis April 2020 genutzt, um die Änderung der Emissionen in den letzten vier Monaten festzustellen. Demnach gab es am 7. April den höchsten Rückgang von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Um diese Zahl in einen Zusammenhang zu bringen, gingen die täglichen Emissionen zwischen Januar und April im Vergleich zum Vorjahreszeitraum im Durchschnitt um 8,6 Prozent zurück.

Der größte Beitrag zur gesamten Emissionsänderung stammte aus einer Reduzierung des Landverkehrs mit 43 Prozent. Die Länder haben weniger Strom benötigt, so dass der Sektor 19 Prozent der globalen Emissionsänderung ausmacht. Die Industrie deckt ein Viertel ab, und die Luftfahrt macht zehn Prozent der Emissionsdifferenz aus. Obwohl sich die Menschen vermehrt in ihren Häusern und Wohnungen aufhielten, war der Anstieg des Energieverbrauchs in den Haushalten bescheiden und wurde leicht durch die Gewinne aus den anderen Sektoren ausgeglichen.

Die Daten umfassten insgesamt 69 Länder, die gemeinsam 85 Prozent der Weltbevölkerung und 97 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen repräsentieren. Sie stellten im April einen weltweiten Rückgang der Emissionen um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr fest, was höchstwahrscheinlich darauf zurückzuführen ist, dass die USA, Indien und China gleichzeitig Lockdown-Maßnahmen aufrecht hatten.

Trotz der unvorhergesehenen Krise dieses Jahres halten es Forscher für unwahrscheinlich, dass die Ziele des Pariser Abkommens, den globalen Temperaturanstieg unter 1,5 ° C zu halten, erreicht werden. Um dem gerecht zu werden, müssen wir laut UN in den nächsten zehn Jahren die Emissionen jährlich um 7,6 Prozent senken. Die Forscher schätzten, dass, wenn alle Beschränkungen bis Mitte Juni aufgehoben werden, die jährliche Emissionsreduzierung wahrscheinlich bei 4 Prozent liegen wird, aber mit einigen Beschränkungen bis Ende des Jahres könnten wir 7 Prozent in Betracht ziehen.


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