Auch eine Stadt mit 130000 Einwohnern und einem hohen Anteil an Altbausubstanz kann in kürzester Zeit vollständig aus der Nutzung fossiler und nuklearer Energie aussteigen. Die Stadt Göttingen hat es…

Auch eine Stadt mit 130000 Einwohnern und einem hohen Anteil an Altbausubstanz kann in kürzester Zeit vollständig aus der Nutzung fossiler und nuklearer Energie aussteigen. Die Stadt Göttingen hat es sich vorgenommen und ist auf einem guten Weg.

 

Energiekommunen sparen nicht nur Energie sondern auch Geld

 

In Deutschland erwirtschaften Kommunen, die auf erneuerbare Energien gesetzt haben, bereits über 10 Milliarden Euro jährlich. Hinzu kommt bei den Bürgern dieser Gemeinden die Ersparnis bei den Heizkosten. Insgesamt wurden im letzten Jahr in Deutschland zusätzlich 9 Milliarden Euro gespart, durch nicht importierte fossile Energieträger. Landwirte, die zum Beispiel das Biogas erzeugen, welches dann in den Städten zu Wärme und Strom wird, haben zusätzlich eine feste Einnahmequelle gewonnen. Eine absolute Win-Win-Situation für die gesamte Region. Gespart werden bei diesen Konzepten aber auch die Kosten für neue Hochspannungsnetze, denn diese werden für regional erzeugten Strom nicht benötigt. Der am Ort erzeugte Strom geht direkt in das vorhandene Netz. Ergänzt wird das Konzept noch durch Windkraft- und Solaranlagen, welche für den eigenen Strombedarf jedoch gar nicht mehr benötigt werden. Gemeinden, die ihre Wärme komplett mit Kraft-Wärme-Kopplung erzeugen, produzieren stets mehr Strom, als am Ort verbraucht werden kann. Dieser wird im Netz gewinnbringend verkauft (http://www.kommunal-erneuerbar.de/de/energie-kommunen/2012/november.html).

 

Energie vom Acker verringert nicht das Nahrungsmittelangebot

 

Viele Beispiele einer sinnvollen Biogaserzeugung zeigen inzwischen, dass die Nutzung von Biomasse nicht ein Problem für die Nahrungsmittelproduktion sein muss. An der Göttinger Universität wurde schon lange erforscht, welche Art von Biomasse für eine nachhaltige Energieerzeugung einsetzbar ist. Das sind zuerst sämtliche Reststoffe von Stallmist bis zu Gartenabfällen. Sodann können degradierte und natürlich auch kontaminierte Flächen genutzt werden. Eine große Rolle spielen aber auch Lebensmittelabfälle. In allen Staaten der Europäischen Union und den USA wird nach wie vor weit mehr als die Hälfte aller Lebensmittel auf den Müll geworfen, zum größten Teil, bevor diese überhaupt in den Handel kommen. Trotzdem herrscht ein gigantisches Überangebot. So sind mehr als die Hälfte aller Ackerflächen potenziell frei für eine Nutzung für nachwachsende Rohstoffe, von der Energie bis zur Leinenhose.

Inzwischen muss auch den Forschern, wie den Landwirten klar geworden sein, dass der Hunger in der Welt durch die konventionelle, industrielle Landwirtschaft entsteht und nicht durch ein Missbrauch der Ackerflächen ( https://www.energieleben.at/das-jahrhundert-der-biologie/

https://www.energieleben.at/nachwachsende-rohstoffe-helfen-den-hunger-zu-bekampfen/

https://www.energieleben.at/potenziale-der-nachwachsenden-rohstoffe/).

 

Noch immer bestimmen falsche Berichte in den Medien die Meinungen

 

Solange Presse und das Fernsehen die Wahrheit über die so genannte Energiewende und die wirklichen Potenziale einer nachhaltigen Energieerzeugung überhaupt nicht, oder wenn, dann erst zu später Stunde verbreiten, bleibt dieses Wissen bei denen stecken, die ohnehin bereits informiert sind. Immer noch wird über die fehlenden Hochspannungsnetze geklagt und die angeblich erforderlichen Windparks im Meer. Dass diese überhaupt nicht gebraucht werden und wieder einmal nur den großen Konzernen nutzen, die subventionierten, also für sie besonders billig erzeugten Strom exportieren wollen, ist den meisten Bürgern nicht bekannt. Ihre Steuergelder und ihr Geld für den Strom werden wieder einmal missbraucht um die Kassen der Großaktionäre zu füllen. Der von ihnen benötigte Strom könnte fast zum Nulltarif aus der Steckdose kommen.

Gleichzeitig grübeln Politiker und so genannte Energieexperten nach wie vor darüber, wie denn die Stromlücken zu füllen seien und ein „Black-out“ vermieden werden kann. Dabei ist allen Fachleuten bekannt, dass Strom gerade 21% des Energiebedarfs ausmacht. 51% der Energie werden für Wärme benötigt. Jede Kraft-Wärme-Kopplungsanlage, die einen Ort mit Wärme versorgt, erzeugt also bei einem normalen Wirkungsgrad von jeweils über 40% (Wärme und Strom) immer wesentlich mehr Strom, als verbraucht wird. Eine komplette Versorgung mit nachhaltig erzeugter Wärme wird also zwangsläufig eine Überproduktion an Strom mit sich bringen. Dieser kann sodann im Verkehrssektor eingesetzt werden, der 28% des Gesamt-Energiebedarfs ausmacht.

 

Kommunale Projekte sind der einzig richtige Weg

 

Die deutsche Bundesregierung hat jede Chance vertan, eine nationale wirkliche Wende auch nur im Ansatz sinnvoll zu koordinieren. Sie ist vollständig dem Einfluss der Energiekonzerne erlegen. In allen Bereichen steuert sie nach wie vor und mit immer größerem Tempo die Entwicklung gegen „die Wand“. Alle Ziele, den Ausstoß von Klimakillern einzudämmen sind bisher verfehlt worden, die Konzentration in der Atmosphäre nimmt weiterhin stetig zu, statt ab und die Temperatur steigt ebenfalls stetig global an. Die gewünschte Reduzierung des Temperaturanstiegs auf „nur 2 Grad“ wird nicht zu erreichen sein, weder in 2020 noch danach. Staaten wie China ordnen daher bereits Klimaschutz per Dekret an, setzen nachhaltige Energieprojekte einfach um, ohne die möglicherweise betroffenen Bürger zu beteiligen.

In Deutschland müssen dies die Bürger selbst erledigen. Allerdings wird dies absolut zu ihrem Nutzen sein und langfristig zuerst die Energiekonzerne und schließlich auch die Politiker überflüssig machen.

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