Mit dieser Entwicklung könnten sogar Allergiker gefallen an Gräserpollen finden.

Die Purdue University im US-Bundesstaat Indiana hat eine Anode für Batterien aus Pollen entwickelt. Der reichlich vorhandene nachwachsende Rohstoff ist aufgrund seiner filigranen Oberfläche ideal für den Einsatz in Energiespeichern geeignet. Es spricht also einiges dafür, ihn in Akkus zu verwenden, anstelle des momentan häufig verwendeten Graphit, dessen Einsatz bekanntlich aus verschieden Gründen problematisch ist.

Erste Versuche haben die Forscher mit Bienenbrot (fermentierter Pollen aus dem Bienenstock) und mit Pollen des Rohrkolben durchgeführt. In beiden Fällen handelt es sich um reichlich vorhandene, nachwachsende Rohstoffe, was ein wichtiges Kriterium für das Team um Professor Vilas Pol war. Mittels Pyrolyse, also dem Zuführen hoher Temperaturen unter Sauerstoffabschluss, haben die Forscher Kohlenstoff aus den Pollen gewonnen. Dieser wird dann bei einer Temperatur von rund 300 Grad nochmals unter Sauerstoffzufuhr erhitzt, dadurch bilden sich Poren in der Kohlenstoffstruktur und die Energiespeicherfähigkeit des Materials wird erhöht.

In Versuchen hat sich gezeigt, dass eine Ladedauer von rund 10 Stunden zu einer vollen Aufladung führt, während eine Stunde bereits reicht, um die Pollen-Anode mehr als halbvoll zu laden. Bei einer Ladedauer von einer Stunde wurde eine Kapazität von 200 Milliampere erreicht, die theoretische Kapazität einer Graphit-Anode liegt bei 372 Milliampere. Weiters wurde auch getestet wie sich der Pollen-Kohlenstoff bei 25 respektive bei 50 Grad Celsius verhält, da sich unterschiedliche Klimabedingungen auch unterschiedlich auf die Haltbarkeit von Batterien auswirken. Generell konnten die Purdue Forscher feststellen, dass sich Rohrkolbenpollen besser eignen als Bienenbrot, ihre Arbeit ist aber noch nicht abgeschlossen. Bisher haben sie nur untersucht, wie sich die Pollen in Anoden verhalten, nun soll untersucht werden, wie sie in Akkus mit kommerziellen Kathoden funktionieren. Die bisherigen Ergebnisse wurden im Februar in Nature’s Scientific Reports  veröffentlicht und können dort nachgelesen werden.

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Bild: Purdue University image/ Jialiang Tang, Kay J. Hagen

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