Ein millionenfacher Lebensretter, der Dreipunkt-Gurt, wird sechzig.

Sagt euch der Name Nils Bohlin etwas? Nein? Dennoch hat er dem einen oder der anderen von euch vielleicht schon einmal das Leben gerettet. Korrekterweise muss man sagen, nicht er persönlich, sondern seine Erfindung, hat in den letzten sechzig Jahren Millionen Menschen das Leben gerettet. Der schwedische Luftfahrtingenieur Bohlin hat in den 1950er Jahren begonnen für Volvo zu arbeiten und für dieses Unternehmen den Dreipunkt-Sicherheitsgurt entwickelt. Volvo baute Bohlins Erfindung ab 1959 in den PV544 sowie in den, nur in Skandinavien verkauften, Amazon 120 ein.

Als Volvos erstes Modell mit Dreipunkt-Gurt auf den Markt kam, gehörten Sicherheitsgurte in PKWs noch nicht zur Standartausstattung. Die Autos, die über Gurte verfügten, hatten Zweipunkt-Gurte, welche über das Becken gespannt wurden, ähnlich wie man sie aus Flugzeugen kennt. Ein solcher Beckengurt ist zwar bei weitem besser als gar kein Gurt, doch bietet er lange nicht die Sicherheit, die der Dreipunkt-Gurt bietet. Er verhindert im Großen und Ganzen zwar auch, dass die Insassen bei einem Aufprall nach vorne durch die Frontscheibe geschleudert werden, da der Oberkörper aber, anders als beim der Dreipunkt-Version, nicht in Position gehalten wird, ist die Gefahr für Oberkörper- oder Kopfverletzungen groß. Beim Dreipunkte-Gurt hält das diagonal über Schulter und Brustkorb gespannte Band den Oberkörper davor zurück, nach vorne auf Lenkrad oder Armaturenbrett geschleudert zu werden.

Volvo war aber nicht das erste Unternehmen, das die Vorteile eines Gurtes der an drei statt an zwei Punkten verankert ist, erkannte. Schon davor gab es zumindest ein ähnliches Gurtmodell, doch dieses wurde wie ein Y über den Körper gespannt, also mit Bändern über beide Schultern, die am Bauch auf ein Band trafen, das zwischen den Beinen verankert war. Bohlins Erfindung hingegen wird über relativ harte, robuste Teile des Körpers gespannt, quer über Schulter und Brustkorb und über das Becken, so besteht nicht die Gefahr, dass weiche Körperteile, wie eben der Bauch und die darin befindlichen Organe bei einem Aufprall durch den Gurt gequetscht werden. Außerdem lässt sich Bohlins Sicherheitsgurt mit nur einer Hand anlegen, auch das ist natürlich ein Vorteil.

Trotz aller Vorteile, die der 1959 für Volvo entwickelte Gurt hatte, dauerte es noch ein paar Jahre, bevor solche Gurtmodelle in allen Autos, auch der Modelle anderer Hersteller, Standard wurden. Dass sich der Dreipunkt-Sicherheitsgurt schließlich durchsetze, ist auch Volvos Verdienst. Man ließ Bohlins Erfindung zwar patentieren, erlaubte anderen aber nicht nur sie lizenzfrei zu verwenden, sondern man machte Forschung und Testergebnisse publik und warb für die Sicherheitsvorteile des Dreipunkt-Gurts.


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