Grüne Dächer findet man auch schon in der Architektur früherer Jahrhunderte. Die Torfhäuser auf Island weisen allesamt bewachsene Dächer auf. So pittoresk sie scheinen, sind sie das Resultat schwieriger klimatischer…

Grüne Dächer findet man auch schon in der Architektur früherer Jahrhunderte. Die Torfhäuser auf Island weisen allesamt bewachsene Dächer auf. So pittoresk sie scheinen, sind sie das Resultat schwieriger klimatischer Bedingungen, gepaart mit einem Mangel an Ressourcen.

Island war vor der Besiedlung komplett bewaldet, vor allem mit Birkenbäumen. Birkenholz ist allerdings relativ weich, wenig witterungsfest sowie unter Wasser kaum haltbar. Mehr als ein Gerüst konnte also nicht gebaut werden. Der Bau von Schiffen war alles andere als einfach für die Inselbewohner. Der daraus resultierende Mangel an Schiffen führte automatisch zu großen Einschränkungen bei Handel und Transport.

Torf statt Holz

Holz stand den Isen also zum Hausbau nicht zur Verfügung. Es war nicht üblich, Holz zu importieren, und wenn, war es für den Bau eines Schiffes oder einer Kirche reserviert. Also griffen sie auf Torf zurück – einen für sie riesigen Ressourcenvorrat, der zuvor unbenutzt war. Auch in Nordamerika baute man mit Torf, wenn es bei der Besiedlung der Prärie kein Holz oder zu wenige Steine gab. Von diesen so genannten Grassodenhäusern sind leider keine erhalten.

Das traditionelle Haus auf Island weist ein Fundament aus flachen Steinen auf. Der Torf wird blockartig geformt und um das Gerüst eingepasst, entweder in einem Fischgrätenmuster oder in zwei Schichten. Die einzigen von außen sichtbaren Holzelemente sind an Türen und Fenstern angebracht. Der Torf bietet gute Isolation, hält das Raumklima jedoch eher feucht.

Im 18. Jahrhundert entwickelte sich eine Hausform mit hölzernen Fronten an beiden Enden. Der sogenannte „burstabær“ gilt als für Island typisches Haus. Erst im 20. Jahrhundert wurde der Baustil langsam abgelöst, zuerst durch Wellblech und dann durch erdbebensicheren Stahlbeton.

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