Lehm ist das älteste Baumaterial der Welt. In allen höher entwickelten Kulturen wurde Lehm für den Massivbau als Baustoff, als Verputzmaterial und für Fußböden eingesetzt. In 20. Jahrhundert wurde Lehm…

Lehm ist das älteste Baumaterial der Welt. In allen höher entwickelten Kulturen wurde Lehm für den Massivbau als Baustoff, als Verputzmaterial und für Fußböden eingesetzt.

In 20. Jahrhundert wurde Lehm kaum noch verwendet. Durch die Entwicklung neuer Verfahrenstechniken und neuartiger Baustoffe gewinnt der Lehmbau heute in unseren Breiten wieder an Bedeutung.

Der Lehmbau hat seine Wurzeln in Vorderasien und im Nahen Osten und lässt sich rund 8.000 Jahren zurückverfolgen. Lehm ist ein hervorragendes Grundmaterial für Ziegel. Unzählige  Lehmfachwerk– und Lehmziegelhäuser, oft mehrere Jahrhunderte alt, sind in Europa bis heute erhalten.

Verloren und wiederentdeckt

Durch die Industrialisierung des Bauens verlor der scheinbar minderwertige Baustoff Lehm Ende des 19. Jahrhunderts seine Bedeutung, und damit gingen auch alle Kenntnisse über seine Verarbeitung verloren. Erst vor etwa 15 Jahren entdeckte das erwachende Umweltbewusstsein den Baustoff Lehm als biologisches Baumaterial wieder.

Vorteile und Nachteile

Lehm ist atmungsaktiv, weist eine gute Kapillarität auf und ist sowohl schall- als auch brandhemmend. Darüber hinaus ist Lehm preisgünstig, abfallfrei und bei der Herstellung wird kaum Energie verbraucht. Nachteile des Bauens mit Lehm ist die verhältnismäßig lange Austrocknungszeit. Außerdem ist der natürliche Baustoff ungeeignet für statisch tragende Bauteile.

Lehmbaustoffe werden oft chemisch stabilisiert. Eine nachhaltige erneuerbare Bautechnik ist technisch allerdings möglich. Verknüpft mit Erkenntnissen aus der mikrobiologischen und biotechnischen Forschung könnte Lehm künftig wieder eine größere Rolle beim Hausbau spielen.

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