Fotocredit: Pixabay/meineresterampe
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Sommer, Herbst und Winter, dazwischen noch der Frühling und für jede Jahreszeit braucht es mindestens ein neues Outfit. Aber wie fair ist es eigentlich uns ständig neu einzukleiden und zu denken, dass wir dauernd etwas Neues brauchen, um mit der Mode zu gehen.

Die einen haben eine Minimalismus Capsule Wardrobe, die anderen haben Teile im Kasten, an denen noch das Etikett hängt. Vom einen ins nächste Extrem. Aber was ist denn nun fair und wie sollten wir unsere Garderobe füllen oder eben nicht, um nachhaltiger zu leben? 

Extreme sind ja prinzipiell eher wenig erstrebenswert. Es mag zwar ein toller Gedanke hinter der Capsule Wardrobe stecken, doch die wenigsten schaffen es wirklich aus nur ein paar Kleidungsstücken unendlich viele Kombinationen zusammen zu stellen und sich täglich neu zu erfinden. 
Die meisten gehen auch mal zum Ausgleich nach einem stressigen Tag oder einem großen Projekt shoppen, quasi als Belohnung. Ist alles schön und gut, doch bei allem sollte immer auf die Nachhaltigkeit geachtet werden. 

FAIR FASHION STATT FAST FASHION 

Auf alle Fälle ist es besser sich fair statt fast einzukleiden. Doch auch hier spielt der Ton die Musik. Denn wer sich 20 faire Teile im Monat kauft, lebt nicht unbedingt nachhaltiger. Du solltest dir immer vorher überlegen, ob du das Kleidungsstück wirklich brauchst. Hast du vielleicht schon 4 andere, schwarze Pullover im Schrank hängen? Der 10. Sommerrock oder die 7. Jeans, ein Muss? 

Wer modisch und gleichzeitig nachhaltig leben möchte, hat es wahrhaftig nicht immer sehr einfach. Einerseits will man mit der Mode gehen und die neusten (fairen) Trends mitmachen. Auf der anderen Seite ist fraglich, ob sich der Trend hält oder – wie meistens – nur von kurzer Dauer ist. 

Fotocredit: Pixabay/meandcolors
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CREATE YOUR STYLE 

Hast du mal deinen Stil gefunden, macht das Einiges leichter. Schau dich mal in deinem Kasten um, ob du vielleicht etwas ausmisten magst, das du wirklich schon ewig nicht mehr – oder vielleicht noch gar nie – getragen hast. Pack deine ausgemisteten Sachen zusammen und frag 2-3 Freundinnen, die etwa die gleiche Kleidergröße wie du haben, ob sie nicht eine Tauschparty veranstalten wollen. 

Einerseits könnt ihr euch so auf einen netten Plausch treffen, andererseits auch neue Styles finden, neue Kombinationen oder vielleicht wird dir das Teil, das du grade hergeben wolltest sogar wieder lieb, weil es perfekt zur Hose deiner Freundin passt. Alles, was ihr nicht tauschen könnt, packt ihr zusammen und spendet es an die Kleidersammlung. 

Womit wir auch schon bei der nächsten super Option sind: 

SECOND HAND STATT FIRST HAND 

Du musst dir bewusst machen, dass jedes Kleidungsstück, das neu produziert wird, Ressourcen aufbraucht. Egal, ob fair oder nicht, es stecken immer mehrere Rohstoffe dahinter. Kaufst du allerdings Second Hand, muss das Teil nicht mehr extra „für dich“ angefertigt werden. Es existiert bereits und kann neu aufgetragen werden. 

Fotocredit: Pixabay/bernswaelz
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Allerdings ist das mit den Altkleidern auch so eine Sache. Viele misten mehrmals im Jahr aus (meist zu Neujahr oder zum Frühjahrsputz, oder wenn es mal wieder eine Instagram Challenge gibt). Doch wohin mit der vielen Altkleidung? Jedes Jahr werden mehrere Tonnen Altkleider in Sammel-Containern gesammelt. Ist natürlich prinzipiell eine tolle Sache, denn Vieles ist oft kaum getragen. Es ist allerdings besser, Kleidung direkt an soziale Einrichtungen oder an spezielle Vereine zu spenden als sie einfach in den Container zu werfen. 

Der Inhalt der Container geht meist an gewerbliche Textilverwerter und muss dort von Hand sortiert werden. Da sich nur etwa die Hälfte der Kleidung für den Second-Hand-Gebrauch eignen, muss der Rest entsorgt werden. Vorher muss aber noch sortenrein getrennt werden, was bei den vielen unterschiedlichen Fasern, die sich oft in nur einem Kleidungsstück befinden nicht ganz einfach ist. Oft ist es einfach zu teuer und zeitintensiv eine Trennung vorzunehmen und so wandert am Ende alles in den Müll, was nicht noch weiter verkauft werden kann. 

IM ZWEIFELSFALL SELBST VERWERTEN 

Im Zweifelsfall ist es sogar gescheiter, die Altkleidung selber weiter zu verwerten. Vielleicht magst du daraus Putzlappen zuschneiden oder sie zur Gartenarbeit anziehen? 
Hast du wirklich gar keine Verwendung dafür, dann solltest du die Kleidung ordnungsgemäß entsorgen. Dafür findest du im Internet auf der Seite deiner Abfallverwertungsstelle alle nötigen Infos.