Tokio wollte ernst machen mit dem Klimaschutz. Bis 2020 sollte das Land der aufgehenden Sonne laut einem Plan aus dem Jahr 2010 seine Treibhausgas-Emissionen unter das Niveau von 1990 senken.…

Tokio wollte ernst machen mit dem Klimaschutz. Bis 2020 sollte das Land der aufgehenden Sonne laut einem Plan aus dem Jahr 2010 seine Treibhausgas-Emissionen unter das Niveau von 1990 senken. Auch dank Atomkraft.

Fast alle Nationen der Erde sind sich einig: Das Klima darf nicht kippen. Um den Klimawandel aufzuhalten sind allerdings große Anstrengungen nötig. Die Frage des „Ob“ ist also nicht erst seit Cancún positiv entschieden.

Schwieriger zu beantworten ist das Wie.

Wie können hoch industrialisierte Nationen wie – neben den USA und den EU-Mitgliedsländern – Japan den Ausstoß ihrer Treibhausgase senken und gleichzeitig den Hunger nach mehr Energie und das Bedürfnis der Wirtschaftstreibenden nach stetigem Wachstum stillen?

Kernkraft als Lösung?

Japan war überzeugt, eine Antwort auf diese Frage gefunden zu haben: Und die lautete, neben der Steigerung der Solarstromproduktion um den Faktor 55 und die Energiegewinnung aus Windkraft um das 18-fache und der Einführung eines smarten Stromnetzes zum Zweck intelligenten Enegiesparens — Atomkraft.

Kein Land der Welt ist in der Entwicklung erdbebensicherer Bauwerke so weit fortgeschritten wie Japan. Erdbebensichere AKWs waren also kein unrealistischer Gedanke. Und den Versicherungen der Atomlobby zufolge waren AKWs sauber und sicher.

Radioaktiver Abfall

Die scheinbar einzige Lücke in der Argumentation war das Problem des radioaktiven Abfalls. Diese Frage wurde in den ambitionierten Plänen von 2010 auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Schließlich konnte noch viel passieren. Endlager für den Atommüll würden schon noch gefunden werden, in sicheren Gebieten, weitab von Japan.

Damit diente Japan auch als Inspiration für Südkorea. Für die politische Führung in Seoul klang der atomare Weg der benachbarten Insel nach einer ausgezeichneten Gelegenheit, nicht nur selbst auf Kernenergie zu setzen, sondern auch voll ins Geschäft der Wiederaufbereitung atomarer Brennstäbe einzusteigen. Die Nachfrage ist weltweit riesig.

Wirtschaftskrise

Noch ein Argument scheint massiv für die Atomkraft zu sprechen: Die Wirtschaftskrise. Platzende Investitionsblasen und daraus resultierende Schwierigkeiten am Arbeitsmarkt verunsichern die Konsumenten, schwächen die Wirtschaft und damit auch die Politik. Denn Wähler wollen Wohlstand und Sicherheit – zum Beispiel durch saubere, effiziente, moderne Technologie wie die Atomkraft.

Dann – kam 2011 – und das Erdbeben. Und damit der große Dämpfer für die japanischen Träume von einer klimafreundlichen Energiegewinnung.

Nachhaltige Energie sparen

Die Klimawende kommt nicht durch Atomkraft. Sie hängt allein an den erneuerbaren, alternativen Energien, und an einem verantwortungsvollen Umgang mit vorhandenen Energieressourcen.

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