Im Jahr 1837 erstrahlte das Covent Garden Theater in London in einem neuen Licht. Die Schauspieler genossen das Rampenlicht als Kalklicht-Lampen erstmals Spots erlaubten. Das Licht einer Gaslampe, so hatte…

Im Jahr 1837 erstrahlte das Covent Garden Theater in London in einem neuen Licht. Die Schauspieler genossen das Rampenlicht als Kalklicht-Lampen erstmals Spots erlaubten. Das Licht einer Gaslampe, so hatte sich herausgestellt, wird heller, wenn dem Gas Sauerstoff zugeführt wird.

Der Kalklicht-Effekt wurde in den 1820er Jahren vom britischen Wissenschafter Goldsworth Gurney entdeckt. Dabei wird eine Knallgasflamme auf ein Stück Kalkstein gerichtet wodurch dieses zu glühen und leuchten beginnt, ohne zu verbrennen. Knallgas ist vielen naoch aus dem Chemieunterricht bekannt und ist ein Gemisch aus Sauerstoff und Wasserstoff, das bei Entzündung explodiert und zu Wasser verbrennt. Um eine Explosion zu verhindern werden beide Gase getrennt und erst im Moment der Verbrennung zusammengeleitet. Die so entstehende Flamme ist zwar sehr klein, aber ungemein heiß. Das Kalkstück strahlt ein Licht aus, das hinsichtlich der Weiße und des Glanzes mit Sonnenlicht verglichen wird.

Der schottische Ingenieur Thomas Drummond wohnte einer Demonstration des Effekts von Michael Faraday bei und entwickelte daraufhin eine Apparatur, die sich das Phänomen nutzbar machte. Das Kalklicht wurde infolge als Drummond’sches Licht bekannt und unter anderem als Leuchtfeuer in Leuchttürmen verwendet.

Einen festen Platz hat das Kalklicht in der Theater- und Filmgeschichte. Das Drummond’sche Licht war nach der Mitte des 18. Jahrhunderts das Rampenlicht des Theaters. Die heute noch gebräuchliche Redewendung „standing in the limelight“ (limestone = Kalkstein) für „im Rampenlicht stehen“ geht auf das Kalklicht zurück. Die Laterna magica, ein Projektionsgerät, das im 19. Jahrhundert zum Massenmedium wurde, war vor der Apparatur von Drummond nur in wissenschaftlichen Kreisen bekannt. Erst das helle Kalklicht ermöglichte Vorführungen vor vielen Zuschauern, detaillierte und farbenprächtige Bilder auf der Leinwand, sowie eine Verlängerung der Projektionsdistanzen.

Kalklicht war jedoch relativ schwierig in der Handhabung. Das Wasserstoffgas musste aufwendig und kostenintensiv hergestellt werden, und es bestand ständig die Gefahr einer Knallgasexplosion. Zusätzlich musste der Kalkzylinder häufig geputzt werden, weil er in der Knallgas-Flamme langsam verglühte und erhärtete. Wegen der Nachteile wurde das Kalklicht gegen Ende des 19. Jahrhunderts von der Kohlebogenlampe abgelöst.

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