Zum Jahreswechsel wurde Amerika von einer Eisdecke überzogen, während in Europa teils schon die Tulpen sprossen. Der Gedanke an den Klimawandel als Ursache liegt nahe, gilt unter einigen Experten jedoch…

Zum Jahreswechsel wurde Amerika von einer Eisdecke überzogen, während in Europa teils schon die Tulpen sprossen. Der Gedanke an den Klimawandel als Ursache liegt nahe, gilt unter einigen Experten jedoch als eher unwahrscheinlich.

Laut Meteorologe und Klimaforscher Hans von Storch z. B., Leiter des Instituts für Küstenforschung am Helmholtz-Zentrum Geesthacht, ist die Kältewelle in den USA kein außergewöhnliches Phänomen. Extreme Kälteeinbrüche seien hier bis in die 90er Jahre hinein häufiger vorgekommen und Temperaturen von minus 30 Grad nicht ungewöhnlich sondern schlichtweg selten, gehörten statistisch gesehen aber noch zur normalen Wettervariabilität.

Eisige Kälte in Nordamerika

„Cold core arctic dump“ nennen es die Amerikaner. Eisige arktische Luft wird direkt aus den Polargebieten durch bestimmte Luftströmungen hinter den Rocky Mountains entlang des Gebirges Richtung Süden transportiert. In den Staaten im Mittleren Westen und im Osten der USA waren teilweise Temperaturen von bis zu minus 50 Grad zu verzeichnen. Kurz vor Weihnachten herrschten hier tagsüber noch sommerliche 25 Grad. Im nördlichen Florida lagen die Tiefsttemperaturen bei minus 6 Grad und im Norden Mexikos immer noch bei minus 4 Grad. Chicago brachte es am 6. Januar auf eisige minus 25,5 Grad und damit zu seiner siebtkältesten Höchsttemperatur. Am New Yorker Flughafen LaGuardia wurde mit minus 15,6 Grad der Rekord des bisherigen Tiefsttemperatur von minus 11,7 Grad im Jahr 1968 gebrochen.

Frühlingstemperaturen in Europa

Das Straßencafè-Wetter in Europa steht in direktem Zusammenhang mit der Eiszeit in Nordamerika. Es ist die Auswirkung derselben Zirkulationswelle, nur befindet sich Europa im Wellenberg, während das Wellental die Kälte in die USA, nach Kanada und Mexiko bringt. Einen milden Jahreswechsel haben wir somit subtropischer atlantischer Luft aus dem Südwesten zu verdanken.

Auch wenn es sich höchstwahrscheinlich um die derzeitigen Wetterphänomene um Auswirkungen normaler Wetterschwankungen handelt, so sollte doch nicht vergessen werden, dass der Klimawandel Extremwetterereignisse fördert. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Temperaturrekorde insgesamt um ein Mehrfaches angestiegen sind (s. https://www.blaetter.de/aktuell/dokumente/»mehr-extremwetter-durch-fortschreitenden-klimawandel«).

Quellen:

http://www.helmholtz.de/artikel/zeichen-des-klimawandels-2203/

http://www.dwd.de/bvbw/generator/DWDWWW/Content/Oeffentlichkeit/KU/KUPK/Homepage/Aktuelles/PDF/K_C3_A4lte__Nordamerika__Januar-2014,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/Kälte_Nordamerika_Januar-2014.pdf

http://www.zeit.de/2014/03/winter-amerika-kaelteeinbruch

https://www.blaetter.de/aktuell/dokumente/»mehr-extremwetter-durch-fortschreitenden-klimawandel«

Bildquelle: pixabay.com/http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/deed.de

1 Kommentar

  1. Obstkulturen in Österreich sind damit jedenfalls in Gefahr durchfrühes Austreiben und Frosteinfalls, gefährdet zu werden. Es wird damit die Marille stark in Stress kommen

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