Ein niederländischer Künstler will Eis in der Sahara erzeugen. Ein künstliches Riesenblatt soll, mit Solarenergie betrieben, an der Unterseite eine Eisschicht bilden.

Projekt Sonnengletscher (Sunglacier) ist eine 200 Quadratmeter Struktur in Form eines Laubblatts. Die Außenseite ist durchgehend mit Sonnenkollektoren ausgestattet, die den Strom liefern für Kühlkondensatoren an der dem Boden zugewandten Seite. Die Kondensatoren nehmen die Feuchtigkeit der Wüstenluft auf und verwandeln sie in Eis.

Die Luft in der Sahara scheint zwar zu trocken für die Erzeugung von Eis zu sein, erste Tests des Künstlers Ap Verheggen in Ägypten zeigten allerdings, dass das Niveau der Luftfeuchtigkeit jenem in den Niederlanden sehr ähnlich ist. Bevor das Projekt in der Sahara installiert wird, wird allerdings in den Niederlanden getestet. Ingenieure des Kältetechnik-Unternehmens Cofely haben es dabei geschafft, in einem Schiffscontainer bei simuliertem Wüstenklima eine 10 Zentimeter dicke Eisschicht zu erzeugen.

Durch das Beheizen des Containers und dem Einsatz einer Luftbefeuchtungsanlage wurde wüstenähnliches Klima reproduziert, wie in diesem Video zu sehen ist.

httpv://www.youtube.com/watch?v=4hmnLHFp-aw

Ein Ventilator sorgte für die Simulation der heftigen Wüstenwinde und wurde direkt auf die Eisschicht gerichtet. Während sich das Eis durch die Kondensation bildete, ließ der Wind das Eis zu Wasser schmelzen. Unter dem Sonnengletscher bildeten sich Wasserlacken, der Wind und die hohen Temperaturen sorgten für das Entstehen von Schmelzwasser obwohl gleichzeitig die Eisschicht dicker wurde. Theoretisch könnte man bei höheren Temperaturen mehr Eis erzeugen, zunächst soll bei 50 Grad Celsius getestet werden.

Verheggen hofft, im kommenden Jahr einen ersten Sonnengletscher in der Wüste installieren zu können. Angesichts der chronischen Wasserknappheit im Mittleren Osten, könnte das Projekt des Niederländers durchaus wichtig sein – ebenso wie das 500-Megawatt-Solarkraftwerk in Marokko, an dem bereits gebaut wird.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*