Der Großspeicher BESS Klostermansfeld soll ab 2028 bis zu 5.700 MWh Energie speichern und damit Millionen Haushalte über Stunden versorgen.

In Klostermansfeld im Landkreis Mansfeld‑Südharz entsteht derzeit eines der bedeutendsten Energieprojekte Deutschlands: ein Batteriespeicher mit 1.000 Megawatt Leistung und bis zu 5.700 Megawattstunden Kapazität. Der Großspeicher, entwickelt von BW ESS, gilt als der größte im Bau befindliche Batteriespeicher Deutschlands und als einer der größten in Europa. Der Spatenstich erfolgte am 1. Juli.

Ein Speicher für Millionen Haushalte

Die Dimensionen des Projekts sind außergewöhnlich: Der Speicher kann rechnerisch rund drei Millionen Haushalte vier Stunden lang mit Strom versorgen. Andere Berechnungen sprechen von 600.000 Haushalten für einen ganzen Tag, abhängig von der angenommenen Last. Beide Werte verdeutlichen die enorme Kapazität des Systems.

Die Anlage entsteht auf einer ehemaligen Industriebrache und wird aus über 1.100 Batteriecontainern bestehen. Die Fläche entspricht etwa 21 Fußballfeldern. Die Inbetriebnahme ist für Sommer 2028 geplant.

Warum Klostermansfeld? Ein strategischer Netzknoten

Der Standort ist bewusst gewählt: Das Projekt liegt weniger als 200 Meter vom Umspannwerk Klostermansfeld entfernt, einem der zentralen Netzknoten im deutschen Stromnetz. Das Umspannwerk wurde zuletzt erweitert, um mehr Strom aus dem Verteilnetz aufzunehmen und über Hochspannungsleitungen weiterzuleiten.

Besonders wichtig ist die Nähe zur Trasse des SuedOstLink, der ab 2027 große Mengen Windstrom aus Sachsen‑Anhalt nach Bayern transportieren soll. Der Speicher kann hier eine doppelte Funktion übernehmen: Er puffert Erzeugungsspitzen, bevor sie die Leitung überlasten, und gleicht Bedarfslücken aus, wenn die Trasse ausgelastet ist. Damit wird Klostermansfeld zu einem systemrelevanten Standort der Energiewende.

BW ESS: Ein globaler Speicherbetreiber investiert in Deutschland

BW ESS, ein globaler Betreiber von Batteriespeichern mit Sitz in Zürich, hat das Projekt Anfang 2026 vollständig übernommen. Das Unternehmen betreibt weltweit Speicher mit mehr als 540 Megawattstunden Kapazität und hat rund 11 Gigawattstunden im Bau. Klostermansfeld ist das erste deutsche Projekt, das BW ESS selbst in die Bauphase führt.

Ein regionaler Impuls für Mansfeld‑Südharz

Für die Gemeinde Klostermansfeld ist der Großspeicher mehr als ein Energieprojekt. Bürgermeister Frank Ochsner sieht darin eine Chance für neue Gewerbesteuereinnahmen und Aufträge für lokale Unternehmen. Die Region könnte sich zu einem der größten Speicherstandorte Europas entwickeln: Neben dem BW‑ESS‑Projekt wurde 2026 bereits eine zweite Großspeicheranlage genehmigt, ebenfalls im Gigawatt‑Bereich.

Zusätzlich plant ein weiterer Investor ein Rechenzentrum, das einen erheblichen Teil des lokal gespeicherten Stroms direkt verbrauchen soll. Die Gemeinde erwartet dadurch eine „Sogwirkung“, die neue Unternehmen anzieht und die regionale Wertschöpfung stärkt.

Warum Großspeicher jetzt entscheidend sind

Großspeicher wie der BESS Klostermansfeld spielen eine zentrale Rolle für die Stabilität des Stromnetzes. Sie speichern Strom, wenn viel Wind- oder Solarenergie verfügbar ist, und geben ihn ab, wenn die Nachfrage steigt oder Erzeugungslücken entstehen.

Damit tragen sie dazu bei:

  • die Integration erneuerbarer Energien zu erleichtern,
  • Netze zu entlasten,
  • Preisspitzen zu glätten,
  • und die Versorgungssicherheit zu erhöhen.

Ein Schlüsselprojekt der deutschen Energiewende

Der Großspeicher BESS Klostermansfeld ist ein Projekt der Superlative – technisch, energetisch und regional. Er stärkt das Übertragungsnetz, unterstützt die Integration erneuerbarer Energien und macht die Region Mansfeld‑Südharz zu einem zentralen Standort der deutschen Speicherinfrastruktur.

Mit der geplanten Inbetriebnahme 2028 wird Klostermansfeld zu einem Symbol dafür, wie Energiespeicher die Energiewende beschleunigen und gleichzeitig regionale Entwicklung fördern können.


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Bild: BW ESS