In Donnerskirchen im Nordburgenland ist die erste nachgeführte Agri-Photovoltaikanlage Österreichs in Betrieb genommen worden, die ihren Strom direkt in das 16,7-Hertz-Bahnstromnetz einspeist. Mit einer Leistung von knapp 7 Megawatt und einer jährlichen Produktion von rund 8 Gigawattstunden setzt die Anlage einen neuen Maßstab für erneuerbare Energie im Bahnsektor.
Solarstrom wird Bahnstrom – ohne Umweg
Die PV-Anlage erstreckt sich über ein sieben Hektar großes, unmittelbar neben der Bahnstrecke gelegenes Gebiet. Ihre einachsigen Nachführsysteme richten die Solarmodule im Tagesverlauf kontinuierlich nach der Sonne aus. Dadurch soll die Anlage jährlich etwa acht Gigawattstunden Solarstrom liefern. Nach Angaben der Projektbeteiligten entspricht dies dem Energiebedarf von rund 32.500 Zugfahrten zwischen Wien und Eisenstadt.

Der erzeugte Strom wird ohne Umweg in das Bahnstromnetz eingespeist und exklusiv von Zügen der ÖBB genutzt. Die direkte Versorgung soll die Nutzung erneuerbarer Energien im Bahnbetrieb forcieren und zugleich Übertragungsverluste minimieren. Für die ÖBB ist das Projekt ein weiterer, vielversprechender Schritt, den Bahnbetrieb unabhängiger von fossilen Energieträgern zu machen.
Landwirtschaft bleibt erhalten und profitiert
Besonders an der Anlage ist die Verbindung von Energieerzeugung und Landwirtschaft, denn die Böden werden weiterhin vom Biolandgut Esterhazy bewirtschaftet, wodurch die landwirtschaftliche Nutzung trotz der Photovoltaik erhalten bleibt. Die Projektpartner erwarten zudem Vorteile für den Anbau. Die Solarmodule schützen die Kulturen vor intensiver Sonneneinstrahlung und können durch ihre Beschattung das Mikroklima auf der Fläche verändern. Im Gegenzug verbessert die natürliche Kühlung der Module deren Leistungsfähigkeit.
Die angewandte Bauweise soll die natürliche Versickerung des Regenwassers im Boden optimieren und ergänzende Bepflanzungen schaffen Rückzugsräume für heimische Tierarten. Durch die Kombination aus landwirtschaftlicher Nutzung, Solarstromproduktion und ökologischer Gestaltung wird das Grundstück damit mehrfach genutzt.
Ein Meilenstein für den klimafreundlichen Bahnbetrieb
Für die ÖBB ist das Projekt ein strategischer Schritt: Erstmals wird erneuerbare Energie direkt dort eingespeist, wo sie gebraucht wird – in das eigene Bahnstromnetz. Die Anlage zeigt, wie sich bestehende Infrastruktur mit innovativen Energiekonzepten verbinden lässt und wie der Bahnbetrieb langfristig unabhängiger von fossilen Energieträgern werden kann.
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Bild: ÖBB; Burgenland Energie