Fotocredit: erdmutter.at/Helga Geiler
Fotocredit: erdmutter.at/Helga Geiler
Nicht nur Kinder basteln gerne. In jedem Alter kann uns die Inspiration packen und wir wollen etwas Kreatives mit unseren Händen schaffen. Naturmaterialien eigenen sich dafür besonders gut!

Wenn wir Schmuck oder andere Kunstwerke selbst kreieren wollen, finden wir in den Bastelgeschäften Papier, Wolle, Holz, Plastik und vieles mehr. Das alles ist jedoch maschinell hergestellt und eines gleicht dem anderen. Das mag manchmal sehr praktisch, kann sich aber auch ein bisschen seelenlos oder leer anfühlen.

Im Gegensatz dazu kann das kreative Schaffen mit Naturmaterialien, die wir selbst gesammelt haben, eine völlig neue Welt eröffnen. Dann kann es passieren, dass wir nochmal eine ganz andere Beziehung zu unserer Kreation aufbauen. Gleichzeitig ist es aber auch eine größere Herausforderung, eben genau weil in der Natur nicht alles genormt und gleichförmig ist.

Wie können wir also unseren Blick dafür schärfen um geniale, wirklich schöne Materialien für unsere Kunstwerke zu finden? Und wie kann daraus etwas ganz besonderes entstehen?

Aus Gräsern können wir tolle Körbchen binden. Wunderschön unperfekt. - Fotocredit: erdmutter.at/Helga Geiler
Aus Gräsern können wir tolle Körbchen binden. Wunderschön unperfekt. – Fotocredit: erdmutter.at/Helga Geiler

Wieso eigentlich Naturmaterialien?

Neben dem bereits erwähnten Unterschied, dass all die Dinge, die wir in der Natur finden, einzigartig sind, gibt es noch weitere Gründe, die das Kreieren mit Naturmaterialien besonders machen.

Wir bauen nicht nur eine Beziehung zu den einzelnen Teilen auf, wenn wir sie selbst sammeln. Dinge, die nicht genormt sind haben meist eine ganz besondere Anziehungskraft und Faszination. Das liegt vor allem an der organischen Form, die sich an keine Regeln hält.

Durch das Basteln mit Naturmaterialien lernen wir außerdem ganz nebenbei, wie wir immer wieder mit unterschiedlichen kleinen Herausforderungen umgehen können. Wir üben dadurch in gewisser Weise unsere Resilienz, weil wir nicht darauf angewiesen sind, dass wir alles genau so vorfinden, wie es immer war. Stattdessen stellen wir uns darauf ein, uns den Gegebenheiten entsprechend anzupassen – die ursprünglichste Form der Kreativität!

Wenn wir unterschiedliche Materialien kombinieren, kann Magie passieren. - Fotocredit: erdmutter.at/Helga Geiler
Wenn wir unterschiedliche Materialien kombinieren, kann Magie passieren. – Fotocredit: erdmutter.at/Helga Geiler

Die Schönheit der Natur erkennen

Um wirklich in das kreative Schaffen mit Naturmaterialien einzutauchen ist es im ersten Schritt wichtig, unser Auge zu schärfen, und die Schönheit in der Natur zu erkennen. Die Schönheit im Unperfekten, in den Unebenheiten und dem Unerwarteten zu sehen ist oft gar nicht so einfach. So sehr wurden wir über die Zeit auf die Eleganz der genormten Dinge geprägt, dass es herausfordernd sein kann, wirklich umzudenken und die Wahrnehmung zu ändern.

Aber ist es nicht auch so, dass wir die Basteleien unserer Kinder mit anderen Augen betrachten, als die von Erwachsenen? Es bedarf also lediglich eines anderen Blickwinkels.

Das Material finden

Wie können wir aber nun das richtige Material finden? Grundsätzlich sind uns keine Grenzen gesetzt. Wir können sowohl Steine, Äste, Wurzeln, Samen, Gräser, Flechten und Blätter, als auch tierische Materialien wie Federn, Knochen oder Haare nutzen.

Je nachdem wie wir an kreative Dinge herangehen kann es dabei sinnvoll sein, offen durch die Natur zu gehen, und zuerst einmal Gegenstände zu suchen, die einen dann zu einem Werk inspirieren. Dabei lassen wir uns voll und ganz auf den kreativen Fluss ein.

Genauso ist es möglich, dass wir einfach mal jede Menge kleine und größere Teile sammeln, und danach, wenn alles vor uns ausgebreitet liegt, fügt sich das Kunstwerk Schritt für Schritt zusammen.

Auch Kunstwerke mit und in der Natur sind möglich. - Fotocredit: erdmutter.at/Helga Geiler
Auch Kunstwerke mit und in der Natur sind möglich. – Fotocredit: erdmutter.at/Helga Geiler

Das Auge schärfen

Wenn wir unser Material zum Basteln selbst aus der Natur sammeln, dann ist jedes Stück einzigartig. Es ist aber auch noch in seiner Rohfassung. Es braucht also auch ein Schärfen unseres Blickes um zu erkennen, was wir damit tun können. Hierfür braucht es aber vor allem Übung. Je mehr wir mit Naturmaterialien arbeiten und gestalten, umso besser wird unser Gefühl und unser Auge dafür, welches Rohmaterial notwendig ist, um welche Ergebnisse zu erzielen.

Auch hier geht es wieder darum, eine tiefere Beziehung zur Tätigkeit und zu den einzelnen Teilen aufzubauen. Je mehr wir wirklich in Kommunikation treten, wirklich hinschauen, was wir vor uns haben und wie wir es verarbeiten könnten, können wir im Tun wachsen und lernen.

Fazit

Wenn wir uns erlauben beim kreativen Schaffen mit Naturmaterialien tiefer zu gehen, können wir dabei sehr viel über uns selbst, und auch die natürliche Welt um uns herum lernen. Wie wir sie wahrnehmen, wie wir sie bewerten, und was wir möglicherweise völlig übersehen.

Weiterführende Quellen

wildewurzeln.at: Holt euch die Natur ins Haus
Beziehungen als Basis von Allem
Nachhaltige Beziehungen
erdmutter.at