Daniel Nocera, Profesor am MIT, will ein künstliches Blatt aus stabilen günstigen Materialien entwickelt haben, das den natürlichen Prozess der Photosynthese nachahmt. Das Modell besteht aus einer weiterentwickelten Solarzelle, nicht…

Daniel Nocera, Profesor am MIT, will ein künstliches Blatt aus stabilen günstigen Materialien entwickelt haben, das den natürlichen Prozess der Photosynthese nachahmt.

Das Modell besteht aus einer weiterentwickelten Solarzelle, nicht größer als eine Spielkarte, die in einem Wasserreservoir schwimmt. Wie ein natürliches Blatt nutzt es die Spaltung von Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff durch Sonnenlicht um Energie zu erzeugen. In ersten Tests erwies sich Noceras künstliches Blatt als stabil. Es arbeitete bis zu 45 Stunden lang ohne an Aktivität zu verlieren.

10 Blätter in einem

Das Modell besteht zu einem großen Teil aus frei erhältlichen günstigen Materialien wie Silikon sowie elektronischen und chemischen Katalysatoren. In punkto Effizienz übertrifft es den photosynthetischen Prozess eines natürlichen Blatts um das Zehnfache. Mit einer einzigen Gallone (rund 3,8 Liter) Wasser könnte der Chip genug Elektrizität produzieren, um ein Haus eines Entwicklungslands für einen ganzen Tag zu versorgen, erklärt Nocera. Wäre  demnach jedes Haus der Erde mit einem künstlichen Blatt und eine Gallone Wasser pro Tag ausgerüstet, könnte so der weltweite Energiebedarf von rund 14 Terawatt erzeugt werden.

Erste Gehversuche in Photosynthese

Es ist nicht das erste Modell eines künstlichen Blatts. Das Konzept der Imitation natürlicher Prozesse ist nicht neu. Vor mehr als zehn Jahren konnte John Turner vom National Renewable Energy Laboratory den photosynthetischen Vorgang nachbilden. Allerdings bestand sein Modell aus seltenen teuren Materialien und war zudem auch instabil.

Ein Blatt für Indien

Nocera hat bereits einen Hersteller-Vertrag unterschrieben. Die indische Gruppe Tata will mit Nocera innerhalb der kommenden 18 Monate ein kleines Kraftwerk in der Größe eines Kühlschranks herstellen. Noceras Vision ist, jedes Haus, energieautark zu machen. Seine günstige Technologie sieht er vor allem in Entwicklungsländern als echte Alternative.

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