Das Konzept des Innenraums eines Wohnwagons zeigt – Platz ist auch in einer kleinen „Hütte“ – Foto: © wohnwagon.at
Das Konzept des Innenraums eines Wohnwagons zeigt – Platz ist auch in einer kleinen „Hütte“ – Foto: © wohnwagon.at
Der Trend geht zu mehr Platz auf wenig Raum. Mikrowohnungen könnten die Lösung der künftigen Städteplanung sein. Doch wie können Konzepte des Wohnens auf kleinem Raum aussehen?

Wie viel Platz braucht eigentlich Gemütlichkeit? Und wie wie Platz braucht zweckmäßiges Wohnen? Die Antworten auf diese Fragen fallen unterschiedlich aus, müssen aber in Zukunft zweifelsfrei anders lauten als noch vor einigen Jahrzehnten. Der Trend geht hin zu kleineren, aber dafür optimierteren Wohnsituationen. Vor allem in den Städten wird sich der Wohnbau über kurz oder lang die Frage stellen müssen, wie möglichst wenig Raum von möglichst vielen Menschen möglichst effizient genutzt werden kann. 

Mikrowohnungen auch als Teil des Viertel Zwei

Was in Japan und Teilen der USA bereits ein bekanntes Phänomen ist, nämlich Mikrowohnungen, ist in Österreich ein relativ neues Feld, das allerdings zunehmend bespielt wird. Ein bekanntes Modell rund um das Thema „Tiny living“ bietet das Erfolgskonzept des Wohnwagons: Durchdachter Wohnraum auf etwa 25 Quadratmetern. So kann der Traum von den eigenen – teilweise fahrbaren – vier Wänden mitten im Grünen ab 35.000 Euro realisiert werden. In den Städten muss es wiederum freilich um klassische Apartment- und Wohnungslösungen gehen. Auch hier werden verschiedene Modelle angedacht. Ein Beispiel ist das sich mausernde Wohnviertel „Viertel Zwei“, in dem 95 Micro-Apartments im Studio Zwei, das bereits  im Jahr 2017 den Architekturpreis „Schorsch“ erhalten hat, entstanden sind. Mit ihren jeweils 32 Quadratmetern bieten sie viel Platz auf wenig Raum und damit eine Antwort auf viele moderne städtische Wohnfragen.

Hier im Viertel zwei in Wien wird nicht nur auf viel Grün, sondern auch auf Mikrowohnungen gesetzt – Foto: © Energieleben Redaktion
Hier im Viertel Zwei in Wien wird nicht nur auf viel Grün, sondern auch auf Mikrowohnungen gesetzt – Foto: © Energieleben Redaktion

Auf 17 Quadratmetern alles, was es zum Leben braucht

Doch wie ist es eigentlich wirklich, für längere Zeit mit so wenig Platz auszukommen? Eine, die es wissen muss, ist Lauren Frias. Sie hat für ein halbes Jahr lang in Los Angeles in einem Mikroapartment gelebt, das fast zwei Mal in die Mikro-Apartments des Studio Zwei in Wien passen würde. Auf 17 vollständig möblierten Quadratmetern hat sie das „Micro living“ auf besonders krasse Weise kennengelernt. „Die Mikro-Wohnung befand sich in der Innenstadt von Los Angeles als eine von 42 Einheiten im einem ursprünglich Anfang des 20. Jahrhunderts errichteten Gebäude mit einem Innenhof. Wenn ich die Türe zu meiner Wohnung geöffnet habe, konnte ich alles sehen, womit sie ausgestattet war:  Kochnische, Schreibtisch, Badezimmer und die ausziehbare Couch verwandelte sich abends in ein vollwertiges Bett“, erzählt die Studentin auf der Plattform „Insider“. 

Für großen Besuch sei die Mikrowohnung zu klein gewesen, allerdings hätte es ihr an wenig gemangelt. „Nur in der Küche vermisste ich als leidenschaftliche Köchin gelegentlich den Platz“, so Frias. Insgesamt sei das gute halbe Jahr auf 17 Quadratmetern eine wertvolle Erfahrung gewesen, die ihr geholfen hätte, sich auf das Wesentliche zu besinnen und sich kritisch mit dem Thema Wohnraum auseinander zu setzen. Ihr Blick, auf das, was an Platz zum Wohnen notwendig sein, habe sich verändert. Wiederholen müsse Frias das Leben auf so drastisch kleinem Raum jedoch nicht mehr.

Quellen: ots.at, wohnwagon.at, insider.com / Fotos: © wohnwagon.at & Energieleben Redaktion


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