Fotocredit: irzian-architects.com
Fotocredit: irzian-architects.com
Die Stadt Phoenix in den USA stellt ihren Einwohnern die Pläne für ein Net-Zero Haus gratis zur Verfügung.

Phoenix, Arizona ist nicht nur eine der größten Städte der USA, sondern auch eine der heißesten. In den Monaten Mai bis Oktober sind Temperaturen von 38 Grad Celsius und mehr nicht ungewöhnlich. Kann man an einem so warmen Ort ein Net-Zero Haus bauen? Oder ist das einfach unmöglich, weil man viel Energie zum Kühlen in der Wüstenhitze benötigt? Ja, es ist möglich in Phoenix energieneutrale Häuser zu bauen und die Stadt stellt einem die Pläne dafür sogar gratis zur Verfügung.

Die Wüstenstadt hat es sich zum Ziel gesetzt CO2 neutral zu werden, um ihren 1,6 Millionen Einwohnern hohe Lebensqualität in gesunder Umwelt bieten zu können. Dazu sollen bis 2050 unter anderem alle Neubauten energieneutral sein, deshalb hat man bereits 2017 einen Architekturwettbewerb ausgeschrieben, bei dem Architekten Pläne für entsprechende Einfamilienhäuser entwickeln sollten.

Gewonnen hat diesen Wettbewerb Marlene Imirzian & Associate Architects mit dem Design HOME NZ. Dieses Unternehmen hat ein Design für ein circa 200 Quadratmeter großes einstöckiges Haus mit drei Schlafzimmern entwickelt. Wie alle Einreichungen musste auch dieses Projekt sich einer HERS-Bewertung unterziehen und durfte auf dieser Skala nicht mehr als 30 Punkte haben. HERS steht für Home Energy Rating System und je niedriger die Punktzahl auf der HERS-Skala, desto grüner und effizienter ist ein Haus. Durchschnittliche Einfamilienhäuser in Arizona kommen auf rund 100 HERS-Punkte, somit liegt das HOME NZ von Imrizian 70 Prozent unter dem Durchschnitt.

Zum Design gehören eine große Terrasse, eine integrierte Garage, ein reflektierendes und dadurch kühlendes Dach sowie passive Lüftung mittels Dachschächten. Eine Luftwärmepumpe trägt ebenfalls zur Kühlung bei. Die Fenster sind alle doppelt verglast und werden mit beweglichen Blenden beschattet, welche rund 95 Prozent des Sonnenlichtes vom Glas fernhalten können. Ein Smart-Thermostat und effizientes Energiemanagement via WiFi tragen dazu bei, die jährlichen Energiekosten gering zu halten. Weniger als 1.000 US-Dollar Energiekosten sollen pro Jahr anfallen und hier sind knappe 300 Dollar Wartungskosten bereits eingerechnet.

Auch der Bau eines HOME NZ ist laut Berechnungen recht günstig, für rund 344.000 US-Dollar (zuzugl. Gemeinkosten des Bauunternehmens) kann man ein solches Haus bauen. Die Pläne wurden auf der Website der Stadt schon einige Male heruntergeladen, fertiggestellt wurde aber bisher noch kein solches Gebäude.


Mehr zu Architektur

Wir berichten über architektonische Fortschritte, unterschiedliche Baumaterialien und Entwicklungen in Richtung umweltfreundlicher Bauweisen. Mit folgenden Links gelangst du der Reihe nach zu mehr Artikel in diesem Themenbereich für Einsteiger bis zu Profis.

Bild: imirzian-architects.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*