Am 17.2. beginnt in Wien die Bauen & Energie Messe. Da lohnt sich ein Blick auf Heizung, Kühlung und Strom – die ganz großen Treibhausgas-Quellen in Europas Häusern. Ab 2020…

Am 17.2. beginnt in Wien die Bauen & Energie Messe. Da lohnt sich ein Blick auf Heizung, Kühlung und Strom – die ganz großen Treibhausgas-Quellen in Europas Häusern. Ab 2020 fordert das Europäische Parlament „nearly zero energy buildings“ in der gesamten EU.

Die Suche nach Energieeffizienz beim Bauen und Sanieren ist eine Herausforderung, an der viele Köpfe weltweit arbeiten. Das Passivhaus ist jetzt schon praktisch Standard, und doch ist es schon wieder dabei, von der Entwicklung der Bautechnologie überholt zu werden.

Das Ziel des aktuellen Moments heißt „Nullenergie“, das Ziel der nahenden Zukunft „Plusenergie“. In Deutschland liegt die entsprechende Petition, Plusenergiehäuser als verbindlichen Standard festzuschreiben, schon bereit.

Nullenergie

Nullenergie bedeutet: Energieneutral. Freilich: Ein Nullenergie-Haus verbraucht trotz aller technischer Tricks weiterhin Energie – so wie auch jedes Passivhaus. Allerdings gleicht es den Verlust dadurch aus, dass es in etwa die verbrauchte Energiemenge wieder selbst produziert. Die Energiegewinnung erfolgt dabei durch nachhaltige Energiequellen.

Energiegewinnung im Nullenergie-Haus

Alle denkbaren Mittel werden zur Energiegewinnung eingesetzt: Große Solarkollektoren und Wärmepumpen nutzen die Wärmeenergie von Sonne und Erdkern, daneben wird die Abwärme von Elektrogeräten und von lebenden Hausbewohnern gesammelt und verwertet. Was im Sommer an „zu viel“ produziert wird, wird gespeichert und im Winter in die Heizleistung investiert.

Das Plusenergie-Haus geht über die Ziele des Nullenergie-Hauses hinaus, indem es nicht auf eine ausgeglichene Bilanz zielt, sondern auf eine Mehrproduktion von Energie, die auch extern genutzt werden kann. Das Haus wird zum eigenen Kraftwerk. Was in Deutschland geplant ist, soll natürlich dann auch in Österreich mitvollzogen werden.

Plusenergie macht unabhängig

Für die Bewohner steht unterm Strich nicht nur das gute Gefühl, etwas für die Umwelt und nachkommende Generationen getan zu haben, sondern auch Unabhängigkeit. Die schwankenden Energiepreise verlieren für die Bewohner von Plusenergiehäusern massiv an Drohmoment.

Kurz zusammengefasst:

Passivhaus
Ein Passivhaus kommt ohne handelsübliche Heizsysteme aus. Der Heizwärmebedarf beträgt maximal 15 kWh/m2, der Gesamtenergiebedarf maximals 42 kWh/m2. Die Wärme stammt überwiegend aus „passiven“ Quellen wie der Sonne.

Nullenergiehaus
Ein Nullenergie bezieht rein rechnerisch übers Jahr keine externe Energie. Benötigte Energie wird im Haus erzeugt. Die zur Errichtung nötige Energie wird hierbei nicht mitgerechnet. Das Nullenergiehaus ist im Grunde ein theoretisches Konzept. In Wirklichkeit ist ein Haus entweder ein Passivhaus, oder es ist ein Passivhaus, das auch Energie produziert – dann ist es ein Plusenergiehaus.

Plusenergiehaus
Ein Plusenergiehaus ist letztlich ein Kraftwerk. Es ist im Kern ein Passivhaus. Darüberhinaus erzeugt es mehr Energie, als es verbraucht, und setzt kein CO2 frei. Es ist völlig emissionsneutral, unterm Strich steht ein Plus an Energie aus Windturbinen und Solarzellen.

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