Tuk Tuks haben drei Räder, sie sind laut und verbreiten penetranten Benzingestank.

Ein Inder und ein Österreich wollen dieses Image ändern und in einem solarbetriebenen Tuk Tuk von Bangalore nach London fahren. Der Ingenieur Naveen Rabelli und der Dokumentarfilmer Raoul Kopacka setzen einen Kindheitstraum um: Sie wollen eine Weltreise machen. Um die ganze Welt geht es nicht, aber von Indien nach Großbritannien. Der Clou an der Sache: Die Beiden wollen in einem selbstgebauten Solar Tuk Tuk reisen. In 100 Tagen wollen sie die Strecke von fast 10.000 Kilometern zurücklegen.

Eigentlich hatte Kopacka, ein 26-jähriger Grazer und Sohn einer sri-lankischen Mutter, geplant, die Reise alleine in einer gewöhnlichen dreirädrigen Taxirikscha anzutreten. Bei seiner Recherche traf der Dokumentarfilmer in Indien den Ingenieur Rabelli, der auch eine lange Reise plante. Allerdings nicht mit irgendeinem Tuk Tuk, sondern mit einem selbstgebauten Tuk Tuk, das nur durch die Kraft der Sonne angetrieben wird. Die Rollenverteilung war schnell festgelegt: Rabelli ist für die Technik zuständig, Kopacka für die Dokumentation, um die Botschaft zu verbreiten.

Aus ihrer geplanten Reise haben sie das Projekt Tejas gemacht. Im März geht es los, die Ankunft in London ist für Mai geplant. Das Budget dafür soll über eine Crowdfunding-Kampagne aufgestellt werden. Zusätzliches Geld will Rabelli vor allem in bessere Lithiumakkus stecken, die mehr Energie speichern können.

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Der Ingenieur hat nach eigener Auskunft seine gesamten Ersparnisse in die Entwicklung gesteckt. Der Dieselmotor eines Tuk Tuks wurde ausgebaut und mit einem Elektromotor ersetzt. Auf dem Dach des Fahrzeugs sind ausklappbare Solarplatten angebracht, die die Energie aufnehmen sollen. Durch den Elektromotor ist der Lärm, den die herkömmlichen Fahrzeuge verursachen, stark reduziert. Und das wichtigste: es wird kein Gramm Kohlendioxid ausgestoßen.

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Testfahrten haben ergeben, dass das Solar Tuk Tuk die Strecke schaffen kann. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 40 km/h. In der verbleibenden Zeit vor Antritt der Reise gehe es nur mehr um bessere Effizienz und um das fahrerische Können. Denn die größte Herausforderung ist weniger das Fahrzeug als der Verkehr, befürchtet Kopacka. Das Abenteuer kann über Facebook oder Twitter mitverfolgt werden.

Fotos: Raoul Kopacka

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