Welchen Einfluss der Mond auf Unterseemethanemissionen hat, wurde vor Spitzbergen untersucht.

Wenn man über den Klimawandel spricht, fällt meist schnell das Wort Kohlendioxid, doch auch andere Treibhausgase tragen entscheidend zur Erderwärmung bei. Methan absorbiert mehr Wärme als CO2 und hält diese so bis zu 12 Jahre in der Erdatmosphäre fest. Die Quellen, die im Zusammenhang mit Methan immer genannt werden, sind die Landwirtschaft, hier vor allem die Viehzucht, aber auch Mülldeponien, Kohleminen und fossile Brennstoffe. Eine Quelle die jedoch selten genannt wird, sind die Ozeane. Auch aus dem Meeresboden wird durch geologische Prozesse Methan freigesetzt und dies könnte unter gewissen Umständen zu steigenden globalen Methan Emissionen beitragen.

Wie genau es zu Methan Emissionen unter Wasser kommt ist noch nicht bekannt, doch eine aktuelle Studie deutet an, dass ein veränderter Meeresspiegel die Ausstoßmenge beeinflusst. Diese Studie wurde vor Spitzbergen durchgeführt und  dazu wurden zwei Messstationen, die Druck und Temperatur messen in einem Abstand von 80 Kilometern voneinander installiert. Gemessen wurde zu verschiedenen Tageszeiten und diese Messdaten wurden miteinander verglichen. Das Ergebnis: der Mond hat Einfluss auf die Ausstoßmengen. Denn der Mond beeinflusst die Gezeiten, was wiederum Druck und Strömungen und somit die Struktur des Meeresbodens beeinflusst, was sich auf die Unterseemethanemissionen auswirkt.

Gasansammlungen, die sich in den Sedimenten innerhalb des ersten Meters des Meeresbodens befinden, reagieren bereits auf geringfügige Druckänderungen im Wasserspiegel. Bei Ebbe ist der hydrostatische Druck geringer und es wird mehr Methan freigesetzt. Bei Flut ist der Druck höher und die Gasfreisetzung niedriger. Wenn der Meeresspiegel also durch die Klimaerwärmung steigt, würde das bedeuten, dass weniger Methan aus dem Meeresboden freigesetzt wird. Gleichzeitig würden höhere Temperaturen aber den gegenteiligen Effekt haben, das heißt zu höherem Gasausstoß führen. Womöglich würden sich diese beiden Phänomene ausgleichen, doch um Gewissheit zu haben, braucht es noch mehr Untersuchungen. Vor allem sind auch Untersuchungen in tieferen Gewässern nötig, denn die aktuelle Studie wurde in relativ seichten Gewässern in Küstennähe durchgeführt.


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