Nachhaltiger Schulanfang
Nachhaltiger Schulanfang
Zu Schulbeginn kommt oft besonders viel Plastik und Müll ins Haus – meine besten Tipps für einen nachhaltigen Schulanfang verrate ich hier!

Eine lange Einkaufsliste gehört für viele Eltern im September einfach dazu – es ist Schulbeginn! Egal, ob nun die erste Klasse oder eine folgende, es gilt viele Dinge zu besorgen. Dabei kommt auch viel Müll zusammen und ich war bei der Recherche sehr erstaunt, wo überall Schadstoffe drin sein können. Daher teile ich heute meine besten Tipps für einen nachhaltigen Schulanfang!

Der erste Schultag – plastikfreie Schultüte

Mein Sohn kommt heuer in die Schule und wir beginnen langsam uns darauf vorzubereiten. Auch das Thema Schultüte ist dabei natürlich aufgekommen und mir sind gleich Bilder von Unmengen an Plastikklump und Süßigkeiten in den Kopf gekommen. Ich möchte das gerne anders machen und habe daher recherchiert, wie man eine Schultüte sinnvoller für Umwelt und Kind befüllen kann.

Schultüte selber basteln

Um die Schultüte an sich plastikfrei zu halten, könnt ihr sie ganz einfach selber basteln! Die simpelste Variante ist Karton und Geschenkpapier zu benutzen. Ihr braucht dazu Karton, eine Kordel, einen Bleistift und eine Schere. Befestigt den Bleistift mit einer Kordel und zieht anschließend am Karton eine Kreislinie. Für eine Schultüte braucht ihr etwa einen Viertelkreis. Schneidet diesen aus, formt daraus die Schultüte und klebt sie zusammen. (Tipp: Wäscheklammern sorgen für den richtigen Halt, während der Kleber trocknet!) Beklebt die Schultüte am Ende nach Lust und Laune mit Geschenkpapier oder anderem Bastelmaterial. 

Schultüte nähen

Alternativ könnt ihr auch eine Schultüte aus Stoff nähen, die später sogar gefüllt und als Polster verwendet werden kann. Dazu braucht ihr einen Schultütenrohling aus Karton, um den ihr dann eine Hülle aus Stoff näht. Eine Anleitung dazu findet ihr beispielsweise hier

Nachhaltiger Schulanfang
Fotocredit: Hans Aaron Burden auf Unsplash

Nachhaltige Füllideen für die Schultüte

Nun geht es ans Füllen! Mir ist es generell wichtig, dass vorwiegend sinnvolle Dinge in die Schultüte kommen. Es sammelt sich ohnehin immer genug unnötiger Kleinkram an, und auch Süßigkeiten finden immer von selbst einen Weg zu uns. Hier also die besten Ideen für nachhaltige Füllungen:

  • Lunchbox aus Edelstahl
    Eine Jausenbox braucht jedes Schulkind, warum also nicht eine neue direkt in die Schultüte geben? (10 gesunde Ideen, wie ihr die Jausenbox später befüllen könnt, findet ihr hier.)
  • Buch mit Schulanfangsgeschichten oder fürs erste Lesen
    Kleine Bücher sind sinnvolle Geschenke für den Schulbeginn.
  • Freundebuch für die neuen Schulfreunde
    Das Freundebuch aus dem Kindergarten ist out, ein neues für die Schulfreunde muss her. Auch das passt perfekt in eine sinnvolle Schultüte.
  • ABC Kekse backen
    Klar, ein bisschen etwas Süßes gehört in jede Schultüte! Es muss aber nicht immer gekauftes mit extrem viel Zucker sein. Wie wäre es, mit selbstgebackenen ABC Keksen? Sehr gut eignet sich dafür mein gesünderer Teig für Ausstechkekse. Daraus Buchstaben formen, backen und nach dem Auskühlen gleich in die neue Lunchbox füllen.

Die nachhaltige Schultasche

Zugegeben: am nachhaltigsten wäre es, eine gebrauchte Schultasche zu kaufen! Irgendwie ist es allerdings etwas ganz besonders, gemeinsam mit dem großen Schulkind die Tasche im Geschäft auszusuchen. Soll es also etwas Neues sein, ist es ressourcenschonend auf Langlebigkeit zu achten, damit nicht jedes Jahr etwas Neues gekauft werden muss. Dabei hilft es natürlich auch zu überlegen, was dem Kind in drei Jahren noch gefallen könnte. Manche Marken setzen auch schon auf nachhaltigere Materialien wie Textilien aus recycelten PET Flaschen oder ähnlichem. Wir haben uns für eine solche Tasche entschieden und ich hoffe, dass sie lange hält.

Sonstiger Schulbedarf

Neben der Schultasche werden noch viele andere Dinge benötigt. Zum Beispiel Schulhefte. Dabei gilt grundsätzlich: Papier, das zu 100 Prozent aus Altpapier hergestellt wurde, belastet die Umwelt am wenigsten. Dieses Öko-Papier ist heutzutage nicht einmal mehr grau, die Tinte verläuft nicht und das Radieren fällt auch nicht schwerer, als auf anderem Papier. Ein guter Tipp: auf das Ökosiegel „Blauer Engel“ achten. Hier kann man sicher sein, dass der Zellstoff für das Papier wirklich aus Altpapier besteht. „Holzfrei“, „Chlorfrei gebleicht“ oder „Umweltschutzpapier“ sind leider irreführende Bezeichnungen und können sehr weitläufig ausgelegt werden.

Stifte und Co.

Wusstet ihr, dass in Malstiften oft Schadstoffe wie Schwermetalle enthalten sind? Ein Wahnsinn wenn man bedenkt, dass Kinder gerne auf den Stiften herumkauen und diese dann damit in ihren Körper aufnehmen. Natürlich gibt es auch für Malstifte eine DIN-Norm, bei der die Schwermetalle unbedenklich sind: DIN EN 71. Der letzte Öko-Test aus dem Jahr 2010 zeigte allerdings, dass fast die Hälfte der getesteten Stiften stark mit Schadstoffen belastet waren. 

Eine gute Wahl sind nachfüllbare Stifte auf Wasserbasis. Eine Alternative sind Bunt- und Wachsmalstifte mit Papierhülle. Lackiertes Holz ist nicht zu empfehlen, da das Material absplittert, wenn die Kinder darauf herum kauen. Übrigens: auch beim Spitzer kann man auf Nachhaltigkeit achten! Ist die Klinge mit einer Schraube befestigt, kann man sie auswechseln und muss so nicht immer den ganzen Spitzer entsorgen.

Beim Federpennal wird oft nicht lange nachgedacht und zu einem aus buntem Kunststoff gegriffen. Diese sehen gut aus, gehen aber oft rasch kaputt und lassen sich schlecht reparieren. Umweltfreundlicher sind Federtaschen aus Leinen oder Leder, auf die auch wunderbar die derzeitige Lieblingsfigur gemalt werden kann. 

Fotocredit: National Cancer Institute auf Unsplash

Noch mehr Nachhaltigkeitstipps7 für die Schule

Beim Taschenrechner gibt es ebenfalls Modelle mit dem Siegel des „Blauen Engel“. Am besten gilt aber auch hier: ein gebrauchter Taschenrechner ist immer die beste Wahl, idealerweise mit Solarzelle.

Klebstoff sollte immer lösungsmittelfrei sein. Viele Hersteller bieten aber ohnehin schon Öko-Stifte an.

Bei den Wasserfarben solltet ihr unbedingt darauf achten, dass die Farbnäpfe einzeln auswechselbar sind. So muss nicht der komplette Kasten ausgetauscht werden, wenn eine Farbe leer ist. Das spart Geld und schon die Umwelt. Auch bei Wasserfarben gibt es welche auf Basis von pflanzlichen Grundstoffen.

Ich hoffe, meine Tipps konnten euch helfen und einige Inspirationen für eure Schultüte geben. Damit wünsche ich euch einen schönen Schulbeginn!
(PS: Hier gibt es die besten Tipps, den Schulweg der Kinder umweltfreundlich zu gestalten.)

Quellen:
CareElite.de, 10. September 2018, Tabea, „Schulanfang ohne Plastik mit plastikfreier Schultüte“ 
Nabu.de, Nicole Flöper, „Tipps für nachhaltige Materialien zum Schulbeginn
Biorama, Elena Seitaridis, 04. September 2015, „Schulanfang – Nachhaltig und bio!