In der norwegischen Hauptstadt zählt und rechnet man Emissionen wie Geld.

Als erste Stadt weltweit hat Oslo letzten Herbst ihr Klima-Budget präsentiert. Dieses Klima-Budget ist Teil eines radikalen Versuchs, die Treibhausgasemissionen der norwegischen Hauptstadt in nur vier Jahren zu halbieren. Im Budgetplan sind Ziele für die Reduktion der Emissionen aus den Bereichen Transport, Wohngebäude und Unternehmen festgesetzt. Außerdem sollen private Fahrzeuge aus dem Zentrum Oslos verbannt werden.

Die Stadtregierung, bestehend aus Arbeiterpartei, Grünen und Sozialistischer Linkspartei, die 2015 gewählt wurde, will ihre vierjährige Regierungszeit nutzen, um die Hauptstadt vor allem in Hinblick auf Nachhaltigkeit komplett zu verändern. Der Plan, der von Bürgermeisterin Marianne Borgen geleiteten Koalitionsregierung, sieht eine Stadtmaut für alle Autos vor, die Anzahl an Parkplätzen in der Stadt soll reduziert werden, mehr Fahrradwege sollen gebaut werden, die komplette kommunale Busflotte soll mit erneuerbarer Energie betrieben werden. Außerdem will man bei Privat- als auch Bürogebäuden bis 2020 einen kompletten Ausstieg aus fossilen Heizstoffen erreichen.

Das Zentrum für internationale Klimaforschung in Oslo bezeichnet die Pläne der Stadtregierung als beispiellos und äußerst ambitioniert. In der Stadtregierung ist man sich der großen Herausforderung, welche die selbstauferlegten Ziele darstellen, bewusst, sieht sie aber als notwendig, um der Klimaveränderung entgegenzuarbeiten. Bis zum Jahr 2020 soll der CO2 Ausstoß der Stadt auf 600.000 Tonnen gesenkt werden. Das ist die Hälfte des Niveaus von 1990, der derzeitige Ausstoß liegt bei 1,4 Millionen Tonnen. Im Jahr 2030 will man ein Null-Emissions-Niveau erreichen.

Wie ambitioniert dieser Plan ist, wird auch deutlich, wenn man bedenkt, dass bisher kein Land seine Emissionen um jährlich mehr als fünf Prozent gesenkt hat. Die meisten Regierungen gehen davon aus, dass es Jahrzehnte dauert, um den eigenen CO2-Ausstoßzu halbieren. Was für ein ganzes Land unmöglich scheint, kann einer Stadt aber dennoch gelingen.

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Bild: Pixabay

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