Veganes Leder
Veganes Leder
Leder-Alternativen aus Pflanzen und Pilzen.

Der Begriff „Veganes Leder“ ist ein bisschen wie der Ausdruck „schwarzer Schimmel“ ein Widerspruch in sich. Natürlich handelt es sich dabei nicht um Leder, sondern um vegane Leder-Alternativen. Veganes Leder ist dabei nicht unbedingt nachhaltig, wenn es etwa mit hohem Energieaufwand aus erdölbasierten Kunststoffen produziert wurde. Da finden sich mittlerweile schon umweltfreundlichere Lederimitate aus Pflanzen- oder Pilzfasern, wie folgende Beispiele zeigen.

Veganes Leder aus Ananas-Blättern

Die spanische Designerin Carmen Hijosa entwickelte Piñatex™, ein Naturleder aus Ananas-Blättern. Sie gründete das Label Ananas Anam, das mit philippinischen Ananas-Bauern zusammenarbeitet. Diese haben durch das Projekt eine zusätzliche Einnahmequelle gewonnen. Die Ananas-Blätter würden sie ansonsten auf den Müll werfen. Ein weiterer Vorteil: Die Blätter entstehen beim Ananas-Anbau sowieso. Es muss keine zusätzliche Fläche erschlossen und keine zusätzlichen Ressourcen verbraucht werden. Aus dem Ananas-Leder entstehen robuste Schuhe, Taschen und Kleidung. Markenhersteller wie z.B. Puma haben das Material schon für Musterschuhe eingesetzt.

Veganes Leder aus Eukalyptus

Das Label Naoni stellt Damen- und Herrengürtel aus veganem Leder her, dass aus den Fasern von Eukalyptus-Blättern produziert wird. Diese stammen aus nachhaltiger Forstwirtschaft ohne Genmanipulation und Pestizide. Bei der Produktion wird wesentlich weniger Energie und Wasser verbraucht als für konventionelles Leder. Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit optimiert sind die Gürtel durch den Einsatz von Polyesteranteilen noch nicht, aber hier kommt wenigsten recyceltes Polyester zum Einsatz. Auch Piñatex™ aus Ananas-Blättern wird als Material bei Naoni verwendet. Besonders wird auf faire Arbeitsbedingungen geachtet, denn im Grundsatz möchte man, dass für ein Produkt weder Mensch noch Tier leiden sollen.

Veganes Leder aus Pilzen

Das Startup MykoWorks aus San Francisco stellt Lederimitat aus Pilzen her. Besser gesagt aus Myzel, den Wurzelfasern der Pilze. Diese werden organischem Material wie Sägespänen oder Maisschalen beigemischt. Nach einem gewissen Zeitraum bildet sich eine Myzelschicht, die beliebig bearbeitet und geformt werden kann. Heraus kommt ein strapazierfähiges, atmungsaktives Material, das auch wieder biologisch abbaubar ist. Ein wirklich nachhaltiges Produkt.

Veganes Leder aus Kork

Über Leder-Alternativen aus Kork haben wir auf energieleben bereits berichtet. Das Label bleed organic clothing hat mit veganen Lederjacken und Accessoires die erste Modelinie aus schwarz gefärbtem Kork eingeführt – nachhaltig und stylisch.

Zum Schluss noch ein Hinweis: Man sollte sich durch den Begriff „Rhabarberleder“ nicht in die Irre führen lassen. Hierbei handelt es sich nicht um eine aus Rhabarberfaser hergestellte Lederalternative, sondern um mit Rhabarber gegerbtes Leder. Es ist zwar umweltfreundlicher als chromgegerbtes Leder, aber nicht vegan.

Titelbild: © Martina Liel
Artikelbilder: pixabay.com/CC0 1.0

Martina Liel ist Germanistin (M.A.) und arbeitet seit 2009 als freie Texterin und Autorin mit den Schwerpunkten Nachhaltigkeit und Healthcare. Seit 2013 bloggt sie über ein Leben mit Endometriose, einer chronischen Erkrankung, bei der ein nachhaltiger und gesunder Lebensstil eine wesentliche Rolle spielt. Ihr Buch „Nicht ohne meine Wärmflasche – Leben mit Endometriose“ ist im März 2017 erschienen.

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