Aus Altpapier selbst Papierbriketts für den Kamin oder Kachelofen herzustellen, ist in Österreich verboten.

„Altpapiercontainer schon voll? Das muss nicht sein! Pressen sie ihr Papier und sparen sie Heizmaterial mit einer Papierbrikettpresse!“ So und ähnlich lauten die Werbeslogans der Hersteller für Papierbrikettpressen. Auch einst als Heimwerker Tipps verschrien waren sie Kult. Für eine Investition von rund 20 Euro wurde die Eigenproduktion von Heizmaterial versprochen. Angesichts der Flut an Werbematerial und Gratiszeitungen ist es verlockend über die Verwendung des vielen Altpapiers nachzudenken. Die Benutzung von Papierbriketts in so genannten Kleinfeuerungsanlagen ist in Österreich allerdings verboten und das hat gute Gründe.

Die Abgas- und Emissionsgrenzwertverordnung ist Ländersache. In alle neun Bundesländern gilt jedoch auch, was in Wien vorgeschrieben ist. Unter Artikel 1, Paragraph 2 ist genau aufgelistet, was in den Ofen darf und was nicht: „Nichtkonventionelle Brennstoffe sind alle nicht in den Abs. 4 bis 8 genannten Brennstoffe, wie Papierbriketts, Holzabfallbriketts, Müllbriketts, Torfbriketts und Stroh.“ Papierbriketts zählen also nicht, wie die Werbung suggeriert, zu den zulässigen Brennstoffen.

Kamine und Kachelöfen sind technisch nicht für die Verbrennung von Papierbriketts ausgelegt. Sie verrußen das Papier zu stark und bei nicht optimaler, unvollständiger Verbrennung und beim Einsatz falscher Brennstoffe werden große Mengen gefährlicher Luftschadstoffe ausgestoßen – zum Beispiel Feinstaub oder polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, die beim Menschen eindeutig krebserzeugend sind. Deshalb ist es besonders wichtig, nur geeignet Brennstoffe zu nutzen und die Anlagen so zu betreiben wie in der Bedienungsanleitung vorgesehen. Damit werden Umwelt und die eigene Gesundheit geschont und Konflikte mit den Nachbarn vermieden.

Titelbild: Wikimedia

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